Zugbegleiterinnen leiden unter wachsender Gewalt und psychischem Druck im Job
Mia Schmitz"Sicherheit ist auf keiner Strecke zu jeder Zeit garantiert" - Zugbegleiterinnen leiden unter wachsender Gewalt und psychischem Druck im Job
Zugbegleiterinnen berichten von wachsender Gefahr und Stress im Berufsalltag
Michaela Kettner und Konstanze Alba, beide Gewerkschaftsvertreterinnen, schildern die zunehmenden Belastungen ihres Jobs: tägliche verbale Angriffe, körperliche Bedrohungen und ein ständiges Gefühl der Unsicherheit während der Arbeit auf der Schiene.
Konstanze Alba arbeitet seit fast 40 Jahren als Zugbegleiterin. Sie erinnert sich an erschütternde Vorfälle, darunter eine Situation, in der ihr ein Messer vor das Gesicht gehalten wurde, oder an Bespuckungen. Sie ist überzeugt, dass die Rückkehr zum Ticketverkauf im Zug die Spannungen mit Fahrgästen verringern könnte.
Michaela Kettner vergleicht ihre Arbeit mit einem Russischen Roulette – keine Strecke fühle sich mehr sicher an. Die ständige geistige Vorbereitung auf mögliche Konflikte zehre an ihren Kräften. Verspätungen, so betont sie, rechtfertigten keinesfalls, dass Fahrgäste grundlegende Höflichkeit vergaßen.
Beide Frauen berichten, dass verbale Angriffe mittlerweile zum Alltag gehörten. Sexistische Beleidigungen und Respektlosigkeit seien besonders schwer zu ertragen. Kettner gibt zu, Angst zu haben, wenn sie nachts allein mit männlichen Fahrgastgruppen unterwegs ist. Den tödlichen Angriff auf ihren Kollegen Serkan Çalar bezeichnet sie als die schlimmstmögliche Zuspitzung ihrer riskanten Arbeitsbedingungen.
Die Zugbegleiterinnen klagen über mangelnden Respekt und Empathie seitens vieler Fahrgäste. Ihre Erfahrungen zeigen, welch körperliche und seelische Belastung der Beruf mit sich bringt. Sie fordern dringend Maßnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen und die Aggressionen in Zügen zu verringern.
