AfD wirft nach Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Wahlmanipulation vor – doch die Fakten sprechen dagegen
Emma SchmidtAfD wirft nach Landtagswahl in Rheinland-Pfalz Wahlmanipulation vor – doch die Fakten sprechen dagegen
Ein Facebook-Nutzer behauptete kürzlich Wahlmanipulation bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, nachdem der Stimmenanteil der AfD nach der Auszählung der Briefwahlstimmen unter 20 Prozent gefallen war. Anhänger der Partei stellen seit Langem die Zuverlässigkeit der Briefwahl infrage, doch Behörden erklären, die Verschiebung spiegle normale Auszählungsabläufe wider.
Erste Hochrechnungen der Sender ARD und ZDF hatten die AfD noch bei 20 Prozent gesehen, doch das Endergebnis lag am Abend schließlich bei 19,5 Prozent. Die AfD äußert seit Jahren Misstrauen gegenüber der Briefwahl und ruft ihre Wähler wiederholt dazu auf, stattdessen persönlich abzustimmen. Diese Skepsis deckt sich mit einer grundsätzlichen Kritik ihrer Anhängerschaft am Wahlsystem. In Rheinland-Pfalz sank die Briefwahlbeteiligung 2026 auf 48,1 Prozent – nach 66,5 Prozent bei der Pandemie-Wahl 2021 –, während die Gesamtwahlbeteiligung auf 68,5 Prozent stieg.
Briefwahlstimmen werden in der Regel später ausgezählt als die Stimmen der Wahlvor-Ort-Wähler, was im Laufe des Abends zu Verschiebungen in den Hochrechnungen führen kann. Der endgültige Stimmenanteil der AfD ging leicht zurück, ähnlich wie bei anderen Parteien: Das SPD-Ergebnis lag am Ende 1,1 Prozentpunkte unter der ersten ARD-Prognose, und die ZDF-Hochrechnung hatte die Grünen um 0,6 Prozentpunkte überschätzt. Solche Anpassungen sind normal, da sich die Prognosen mit zunehmender Datenlage präzisieren.
Im Vergleich zu 2021 hat die AfD in Rheinland-Pfalz ihren Stimmenanteil in etwa verdoppelt und erreichte rund 20 Prozent. Allerdings gibt es keine detaillierte Aufschlüsselung, wie sich Briefwähler auf die Ergebnisse der einzelnen Parteien auswirkten. Ohne Vergleichsdaten aus anderen Bundesländern bleiben Behauptungen über Unregelmäßigkeiten unbelegt. Der Rückgang in der AfD-Prognose ist kein Hinweis auf Wahlfälschung. Hochrechnungen passen sich naturgemäß an, je mehr Stimmen – insbesondere Briefwahlstimmen – ausgezählt werden. Die Behörden bestätigen, dass der Prozess den üblichen Standards entsprach und keine Anzeichen für Manipulation oder Fehler in den Ergebnissen vorliegen.






