Apotheken in Deutschland: Mit dem Auto schnell erreichbar, zu Fuß wird es schwieriger
Philipp MeyerApotheken in Deutschland: Mit dem Auto schnell erreichbar, zu Fuß wird es schwieriger
Apothekenversorgung in Deutschland bleibt stabil – doch zu Fuß wird der Weg länger
Der Zugang zu Apotheken in Deutschland ist einer neuen Studie zufolge in den vergangenen fünf Jahren weitgehend stabil geblieben. Zwar können die meisten Menschen eine Apotheke weiterhin schnell mit dem Auto erreichen, doch zu Fuß ist dies für weniger Menschen möglich. Die gesetzlichen Krankenkassen halten die Sorgen vor einer verschlechterten Versorgung für übertrieben.
Laut der Erhebung könnten 2025 fast alle Deutschen – 99,9 Prozent der Bevölkerung – eine Apotheke innerhalb von 15 Minuten mit dem Auto erreichen. Nur etwa 73.000 Menschen (0,1 Prozent) lebten außerhalb dieses Radius. Das vom GKV-Spitzenverband beauftragte Iges-Institut stellte fest, dass die Erreichbarkeit mit dem Auto innerhalb von 10 bis 15 Minuten für die große Mehrheit unverändert blieb.
Zu Fuß hat sich die Verfügbarkeit jedoch leicht verschlechtert: Der Anteil der Menschen, die eine Apotheke innerhalb von fünf Minuten erreichen können, sank von 6 Prozent im Jahr 2020 auf 5,3 Prozent 2025. Gleichzeitig verringerte sich der Anteil derer, die eine Apotheke in 15 Minuten zu Fuß erreichen, von 43,7 auf 41,6 Prozent. Das bedeutet, dass 1,7 Millionen Menschen mehr keine Apotheke in Laufnähe haben.
Für Arztpraxen bleibt die Nähe zu Apotheken hingegen gut: Fast zwei Drittel haben eine Apotheke in maximal zehn Minuten Fußweg, und über 90 Prozent können eine Apotheke mit dem Auto in fünf Minuten oder weniger erreichen. Der Rückgang der Autoverfügbarkeit innerhalb von sechs Kilometern war minimal und lag seit 2020 bei nur 0,6 Prozentpunkten.
Heute wird die Apothekerin und Gesundheitspolitikerin Iris an der Heiden in einer parlamentarischen Anhörung zum Apothekenversorgungsstärkungsgesetz aussagen. Die vom Barmer-Institut und dem Iges-Institut analysierten Daten dürften die Diskussionen über künftige Apothekenregulierungen prägen.
Die gesetzlichen Krankenkassen betonen, dass Apothekenschließungen die Versorgung der Bevölkerung mit Medikamenten nicht spürbar beeinträchtigt hätten. Da die Erreichbarkeit mit dem Auto hoch bleibe und die Fußläufigkeit nur leicht nachlasse, funktioniere das System für die meisten Bürger weiterhin effizient. Die Ergebnisse fließen nun in die laufenden politischen Debatten ein.






