Asylanträge in Deutschland brechen 2025 drastisch ein – doch warum?
Asylanträge in Deutschland gehen im Vergleich zum Vorjahr stark zurück
Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang im Jahr 2025 – Deutschland und Österreich verzeichnen die stärksten Einbrüche. Experten fragen sich nun, ob die jüngsten Regierungsmaßnahmen dabei überhaupt eine nennenswerte Rolle gespielt haben.
Noch 2024 nahmen Deutschland und Österreich 80 Prozent aller in der EU unter Schutz gestellten Syrer auf. Doch in diesem Jahr hat sich die Lage dramatisch verändert. Der Migrationsforscher Gerald Knaus führt den Rückgang vor allem auf Entwicklungen in Syrien zurück – und weniger auf die Politik Berlins.
Seit Mai 2025 verschärft die deutsche Regierung die Zurückweisungen von Asylsuchenden an den Binnengrenzen, insbesondere in Richtung Österreich, Polen und Schweiz. Dieser Kurs markiert einen Bruch mit dem Jahr 2015, als nur die rechtspopulistische AfD solche Maßnahmen forderte. Doch trotz der Anstrengungen argumentiert Knaus, dass die Pushbacks kaum spürbaren Einfluss auf die Gesamtmigration haben.
Zudem kritisiert er die Praxis als nicht nachhaltig und als Verstoß gegen EU-Recht. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Behörden weiterhin strengere Kontrollen durchsetzen – während sich der übergeordnete Trend sinkender Antragszahlen fortsetzt.
Der deutliche Rückgang bei den Asylgesuchen konfrontiert Deutschland und Österreich mit einer neuen Realität. Während die Regierung auf Pushbacks als zentrale Strategie verweist, betonen Kritiker wie Knaus, dass die Hauptursachen außerhalb Europas liegen. Die Debatte über die Migrationspolitik – und ihre tatsächliche Wirkung – bleibt vorerst ungelöst.






