Autohändler warnen vor dramatischem Wandel durch Elektromobilität und fordern Reformen
Philipp MeyerAutohändler warnen vor dramatischem Wandel durch Elektromobilität und fordern Reformen
Burkhard Weller, Inhaber eines deutschen Autohauses und Präsident des Verbandes der Automobilhändler (VAD), warnt vor tiefgreifenden Umbrüchen in der Automobilbranche. Im AUTOHAUS-Podcast betonte er den dringenden Bedarf an klareren Förderregelungen für Elektrofahrzeuge (E-Autos) sowie einen raschen Wandel der Geschäftsmodelle, da die Elektrifizierung die Branche grundlegend verändert.
Weller fordert umgehende Anpassungen bei den Förderbedingungen für E-Autos. Er plädiert dafür, die Berechtigung rückwirkend ab dem 1. Januar gelten zu lassen, die Bearbeitungszeiten zu beschleunigen und auch junge gebrauchte Elektrofahrzeuge zu unterstützen. Das aktuelle System, so seine Kritik, schaffe unnötige Bürokratie und behindere den Absatz.
Besonders betroffen ist der Aftersales-Bereich: Da E-Autos weniger Wartung benötigen, rechnet Weller mit einem deutlichen Rückgang der Serviceaufträge. Bei anhaltendem Elektrifizierungstempo könnte das Volumen seiner Einschätzung nach um die Hälfte schrumpfen – mit gravierenden Folgen für die Rentabilität der Händler.
Doch die Prognosen gehen über Serviceverluste hinaus. Weller erwartet, dass die Zahl der Autohaus-Standorte auf unter 12.000 sinkt und die Anzahl unabhängiger Betreiber unter 3.000 fällt. Viele kleine Unternehmen, warnt er, könnten ohne Anpassung nicht überleben.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ruft Weller die Händler dazu auf, ihre Geschäftsmodelle neu zu erfinden. Dazu gehöre die Rückgewinnung von Serviceverträgen, die Vereinfachung von Prozessen und eine wettbewerbsfähige Preispolitik. Der VAD setzt sich zudem für eine stärkere politische Vertretung ein – Weller selbst hat bereits erste Gespräche in Berlin geführt. Seine Erfahrung zeigt: Politiker reagieren besser, wenn Unternehmer ihre Anliegen direkt vortragen.
Der Umstieg auf Elektromobilität zwingt die Branche zum Umdenken. Ohne klarere Förderregeln und Anpassungen der Geschäftsmodelle deuten Wellers Prognosen auf einen drastischen Rückgang unabhängiger Betreiber und Serviceumsätze hin. Der VAD bleibt daher in der politischen Interessenvertretung aktiv, um einen reibungsloseren Wandel der Branche zu unterstützen.






