11 April 2026, 12:16

Baugewerbe schafft Lohnangleichung zwischen Ost und West nach jahrzehntelangem Gefälle

Plakat mit einem britischen Granitarbeiter, der vor einer Bergkulisse steht, mit der Aufschrift "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granitarbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Baugewerbe schafft Lohnangleichung zwischen Ost und West nach jahrzehntelangem Gefälle

Historischer Durchbruch: Baugewerbe gleicht Löhne zwischen Ost und West an

Die deutsche Bauwirtschaft hat eine richtungsweisende Vereinbarung zur Angleichung der Löhne zwischen den ost- und westdeutschen Regionen erzielt. Der Kompromiss folgt einem fast dreiwöchigen Streik und setzt dem jahrzehntelangen Gefälle bei den Einkommen ein Ende. Beschäftigte in Ostdeutschland erhalten nun eine Lohnerhöhung von 5,3 Prozent – deutlich mehr als die 3,9 Prozent, die ihre Kollegen im Westen erhalten.

Der Durchbruch gelang nach zähen Verhandlungen und einem langen Arbeitskampf der Gewerkschaft IG Bau, die mit ihrer Kampagne das Prinzip "Ein Land, ein Lohn, ein Gehalt" durchsetzte. In der dritten Phase der Tarifrunde 2024 werden damit die letzten Relikte ungleicher Bezahlung beseitigt, die noch aus der Zeit der deutschen Wiedervereinigung stammten.

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Die Einigung betrifft rund 920.000 Beschäftigte in der Bauwirtschaft bundesweit, darunter über 600.000 allein im Westen. Nach den neuen Regelungen steigen die Löhne im Osten schneller, um die historische Lücke zu schließen. Der aktuelle Tarifvertrag gilt bis zum 31. März 2027 und sorgt so für langfristige Planungssicherheit in der Branche.

Carsten Burckhardt, stellvertretender Vorsitzender der IG Bau, bezeichnete die Entscheidung als "historischen Meilenstein". Die Änderungen sind das Ergebnis jahrelanger Bemühungen, um Ungleichheiten zu korrigieren, die noch lange nach der Wiedervereinigung bestanden.

Die Lohnanpassungen treten sofort in Kraft – mit einer prozentual stärkeren Erhöhung für die Beschäftigten im Osten. Die Vereinbarung garantiert bis mindestens 2027 fairere Bezahlung in der gesamten Branche. Für viele bedeutet dies das erste Mal seit Jahrzehnten, dass Bauarbeiter in beiden Landesteilen für gleiche Arbeit auch gleichen Lohn erhalten.

Quelle