Berliner Tafel kämpft mit Rekordnachfrage – wie Freiwillige die Lebensmittelhilfe retten
Philipp MeyerBerliner Tafel kämpft mit Rekordnachfrage – wie Freiwillige die Lebensmittelhilfe retten
Freiwillige in Berlin engagieren sich für das wachsende Netz der Tafeln
In Berlin packen immer mehr Ehrenamtliche mit an, um die stark frequentierten Lebensmittelausgaben der Stadt zu unterstützen. In einem Neuköllner Supermarkt sammeln Anwohnerinnen wie Anne, Uschi und Marianne Spenden für die Berliner Tafel – eine Initiative, die mittlerweile doppelt so viele Menschen versorgt wie noch vor der Pandemie. Die Aktion ist Teil einer laufenden Kampagne, um die Regale rechtzeitig vor Ostern 2026 wieder aufzufüllen.
Die Berliner Tafel verteilt derzeit monatlich 660 Tonnen Lebensmittel über 48 Ausgabestellen. Jede Woche erreichen 70.000 Mahlzeiten Haushalte, die mit steigenden Lebenshaltungskosten kämpfen. Die Nachfrage ist seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine stark angestiegen – die Zahl der auf Lebensmittelhilfe angewiesenen Menschen hat sich nahezu verdoppelt.
Um den Bedarf zu decken, organisiert die Tafel Aktionen wie "Noch eins drauf!", bei der Kund:innen aufgefordert werden, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt zu kaufen und es an der Kasse den Freiwilligen zu überlassen. Die diesjährige Osterspendenaktion, die bis zum 4. April 2026 läuft, wird von 15 Filialen von Edeka, Rewe und Kaufland unterstützt. Ähnliche Sammlungen finden auch zum Erntedankfest und zu Weihnachten statt und bringen zusätzliche Tonnen an Spenden ein.
Hinter den Kulissen betreibt die Organisation ein Logistikzentrum und eine Flotte von 25 Lieferfahrzeugen, um die Lebensmittel zu verteilen. Freiwillige wie die 33-jährige Anne, die im KaDeWe arbeitet, opfern ihre freien Tage, um Lebensmittel zu sortieren und einzusammeln. Uschi, eine weitere Helferin, betont, dass die Arbeit direkt die Not der sozial Schwächsten in Berlin lindert.
Selbst in weniger wohlhabenden Vierteln, wie etwa in der Edeka-Filiale an der Karl-Marx-Straße in Neukölln, zeigen sich die Anwohner:innen großzügig. Durch das gemeinsame Engagement erreichen tausende Mahlzeiten jeden Monat diejenigen, die sie am dringendsten benötigen.
Das Netzwerk der Berliner Tafel umfasst inzwischen Dutzende Standorte, gestützt durch regelmäßige Spenden und saisonale Kampagnen. Angesichts weiter steigender Ernährungsunsicherheit bleiben die Logistik und die ehrenamtlichen Kräfte der Organisation unverzichtbar. Allein die Osteraktion wird helfen, die Lager für die kommenden Wochen zu füllen.






