Bundeswehr-Reform: Pistorius will Reservekräfte mit neuer Strategie stärken
Niklas BrandtBundeswehr-Reform: Pistorius will Reservekräfte mit neuer Strategie stärken
Das deutsche Verteidigungsministerium plant eine grundlegende Reform der Reservekräfte mit einer neuen Strategie und gesetzlichen Änderungen. Verteidigungsminister Boris Pistorius wird die Pläne am Mittwoch vorstellen, um die militärische Einsatzbereitschaft des Landes zu stärken. Zu den Reformen gehören die Anhebung der Altersgrenze für Reservisten sowie strengere Regeln für die Beteiligung von Arbeitgebern.
Aktuell sind rund 60.000 Reservisten einsatzbereit und können kurzfristig abberufen werden. Das Ministerium gibt jedoch zu, dass es keine genauen Zahlen über die Gesamtzahl der Reservisten gibt – obwohl der Verband etwa 110.000 Mitglieder zählt.
Laut den geplanten Änderungen soll das Höchstalter für Reservisten von 65 auf 70 Jahre angehoben werden. Diese Anpassung trägt der längeren Berufstätigkeit und der besseren körperlichen Verfassung älterer Menschen Rechnung. Zudem will das Ministerium das Prinzip der freiwilligen Beteiligung von Arbeitgebern abschaffen und ihnen damit das Recht entziehen, Reservisten die Teilnahme an Übungen zu verweigern.
Um die Effizienz zu steigern, sieht die Strategie vor, dass Reservisten künftig über die nötige Ausstattung verfügen und sinnvolle Ausbildungsinhalte erhalten. Eine jährliche Planung soll festlegen, wie viele Reservisten an Übungen teilnehmen – statt wie bisher ad hoc zu entscheiden. Das geplante Reservistenstärkungsgesetz, das noch in diesem Sommer verabschiedet werden soll, wird diese Maßnahmen rechtlich verankern.
Ziel der Reformen ist es, eine zuverlässigere und leistungsfähigere Reserve aufzubauen. Durch die höhere Altersgrenze und den Wegfall von Arbeitgeber-Einwänden erhofft sich das Ministerium eine bessere Beteiligung. Die neuen Gesetze sollen zudem die Anforderungen an die Ausbildung klären und die Ressourcenverteilung für Reservisten regeln.






