Cannabis-Beschlagnahmungen erreichen Rekordwerte trotz Teillegalisierung in Deutschland
Niklas BrandtCannabis-Beschlagnahmungen erreichen Rekordwerte trotz Teillegalisierung in Deutschland
Trotz der teilweisen Legalisierung verzeichnet Deutschland einen deutlichen Anstieg bei Cannabis-Beschlagnahmungen. Im vergangenen Jahr konfiszierten die Behörden Rekordmengen der Droge. Gleichzeitig argumentieren Forscher, dass die Nachfrage nach illegalem Cannabis insgesamt sogar rückläufig sein könnte.
2024 beschlagnahmten Polizei und Zoll gemeinsam rund 24 Tonnen Cannabis. Nur ein Jahr später meldete der Zoll allein die Sicherstellung von über 50 Tonnen. Die bundesweiten Polizeistatistiken für 2025 liegen bisher noch nicht vor.
Sicherheitsbehörden führen den Anstieg der Beschlagnahmungen auf einen gewachsenen Schwarzmarkt zurück. Sie vermuten, dass die Teillegalisierung Schmuggler dazu veranlasst hat, ihre Routen zu ändern – was die Lieferungen für die Strafverfolger sichtbarer macht. Untersuchungen bestätigen, dass sich verändernde Schmuggelmuster eine zentrale Rolle bei der Zunahme spielen.
Unterdessen sind die Einfuhren von medizinischem Cannabis seit der Legalisierung deutlich gestiegen. Wissenschaftliche Studien deuten darauf hin, dass der allgemeine Konsum nicht signifikant angestiegen ist. Jakob Manthey, Forscher am Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung, geht sogar davon aus, dass die Nachfrage nach illegalem Cannabis insgesamt gesunken ist.
Die Rekordbeschlagnahmungen unterstreichen die anhaltenden Herausforderungen bei der Regulierung des Cannabismarktes. Zwar haben die gesetzlichen Änderungen die Einfuhren für medizinische Zwecke gefördert, doch der illegale Handel floriert weiterhin. Die Behörden stehen nun vor der Aufgabe, die Strafverfolgung an die sich wandelnden Marktbedingungen anzupassen.






