Deutschland drohen Kraftstoffengpässe durch Golf-Krise und US-Exportrisiken
Niklas BrandtDeutschland drohen Kraftstoffengpässe durch Golf-Krise und US-Exportrisiken
Deutschland deckt derzeit fast seinen gesamten Kraftstoffbedarf selbst. Inländische Raffinerien produzieren genug Benzin, um die Nachfrage vollständig zu abdecken, und liefern etwa 90 Prozent des benötigten Diesels. Doch die steigenden Spannungen im Golf und mögliche Exportbeschränkungen der USA könnten dieses Gleichgewicht bald erschüttern.
Ein Konflikt in der Golfregion hat bereits die globalen Ölströme gestört. Die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran hat die weltweiten Lieferungen um 10 Prozent gedrosselt. Das deutsche Wirtschaftsministerium warnt nun vor möglichen Kraftstoffengpässen ab Ende April oder Mai, falls sich die Lage nicht entspannt.
Die Bundesregierung betont zwar, dass aktuell keine akute Gefahr einer physischen Knappheit bestehe. Dennoch gibt es Sorgen wegen der US-Politik. Amerikanische Exporte decken rund 10 Prozent der globalen Ölnachfrage ab – ein Stopp der Lieferungen würde deutsche Tankstellen hart treffen.
Der energiewirtschaftliche Sprecher der Grünen, Michael Kellner, zweifelt die optimistische Haltung der Regierung an. Er argumentiert, Beamte könnten die Gefahr politischen Drucks durch Donald Trump unterschätzen. Unterdessen haben der US-Energieminister Jennifer Granholm und Innenminister Ryan Zinke öffentlich erklärt, dass derzeit keine Exportbeschränkungen für Öl und Gas geplant seien.
Noch versorgen Deutschlands Raffinerien den Großteil des heimischen Bedarfs. Doch die Kombination aus Golf-Spannungen und drohenden US-Lieferkürzungen könnte die Regierung zum Umdenken zwingen. Zieht sich der Konflikt in die Länge, könnten Engpässe an den Tankstellen bis zum späten Frühling unvermeidbar werden.






