Christian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft Missbrauch und digitale Gewalt vor
Niklas BrandtChristian Ulmen in der Kritik: Ex-Frau wirft Missbrauch und digitale Gewalt vor
Der deutsche Komiker Christian Ulmen sieht sich schweren Vorwürfen von Seiten seiner Ex-Frau, der Schauspielerin Collien Fernandes, ausgesetzt. Sie wirft ihm Missbrauch und frauenfeindliches Verhalten vor. Die Anschuldigungen haben die Kritik an seinen früheren Fernsehformaten neu entfacht, in denen Frauen oft herabwürdigend dargestellt wurden. Fernandes' Vorwürfe umfassen Identitätsdiebstahl, digitale Belästigung und das, was sie als "virtuelle Vergewaltigung" beschreibt.
In den mittleren 2000er-Jahren spielte Ulmen in der Reality-ähnlichen Sendung Mein neuer Freund mit, in der er wöchentlich einen anderen "schrecklichen Freund" verkörperte. Das Konzept sah vor, dass Frauen ihren neuen Partner der Familie vorstellten – nur um dann mit anzusehen, wie Ulmens Figur sich abscheulich benahm, was die Frauen häufig dazu brachte, die Beziehung zu beenden. Eine weitere umstrittene Produktion war Wer will meine Freundin vögeln?, in der Männer in wettkampfartigen, demütigenden Challenges darum buhlten, wer die "heißeste" Freundin habe – eine Sendung, die Frauen auf objektifizierende Weise zur Schau stellte.
Eine von Ulmens berüchtigtsten Rollen war die des adligen Snobs Alexander von Eich, der seine Freundin mit einem Stock herumkommandierte und sie spöttisch mit "Franziskarrrrr!" anbrüllte. Diese Darstellungen, die nun im Licht von Fernandes' Vorwürfen neu bewertet werden, stehen in der Kritik, frauenverachtendes Verhalten zu verharmlosen oder gar zu normalisieren.
Fernandes ging 2023 mit ihren Erfahrungen an die Öffentlichkeit und schilderte, wie Ulmen angeblich gefälschte Online-Profile unter ihrem Namen erstellt, pornografische Inhalte verbreitet, sich auf Dating-Plattformen bewegt und sogar Telefonssex geführt haben soll – alles unter ihrer Identität. Sie bewertet diese Handlungen als schweren Eingriff in ihre Persönlichkeitsrechte und Privatsphäre. Ihr Bericht reiht sich ein in eine wachsende Bewegung von Frauen, die über erlittenen Missbrauch sprechen und dabei oft den Leitspruch der Überlebenden Gisèle Pelicot aufgreifen: "Die Scham muss die Seite wechseln."
Als die Beziehung zwischen Fernandes und Ulmen 2010 bekannt wurde, hinterfragten einige Beobachter – darunter die Autorin eines viel geteilten Artikels – ihre Partnerwahl. Diese Reaktion spiegelt ein gesellschaftliches Muster wider, bei dem vor allem Frauen in Beziehungen zu umstrittenen Persönlichkeiten unter Generalverdacht geraten und ihre Entscheidungen infrage gestellt werden.
Die Vorwürfe gegen Ulmen führten dazu, dass seine Serie jerks. von der Streaming-Plattform Joyn entfernt wurde. Fernandes' Zeugnis stärkt eine wachsende Bewegung von Frauen, die Missbrauch anprangern und Konsequenzen einfordern. Gleichzeitig hat der Fall eine Neubewertung von Ulmens frühem Werk ausgelöst, das heute massiv für seinen Umgang mit weiblichen Charakteren kritisiert wird.






