02 April 2026, 14:14

Cybergrooming: Wie eine Präventionspionierin 5.000 Schüler vor digitaler Gewalt schützte

Balkendiagramm mit der Überschrift "Internet-Penetration bis 2030", das prozentuale Anteile für vier Länder zeigt, wobei die Abschnitte blau, grün, gelb und rot gefärbt sind.

Cybergrooming: Wie eine Präventionspionierin 5.000 Schüler vor digitaler Gewalt schützte

Fast die Hälfte aller jungen Menschen ist laut aktuellen Berichten von sexualisierter Gewalt im Internet betroffen. Eine häufige Gefahr ist Cybergrooming, bei dem Täter Kinder und Jugendliche über Chats ansprechen, um sie später zu belästigen oder zu missbrauchen. Viele Vorfälle geschehen auch in Freundes- oder Klassengruppenchats – was die Dringlichkeit von Präventionsmaßnahmen noch erhöht.

Yasmina Ramdani hat sich drei Jahre lang in Schulen in Thüringen mit diesem Problem beschäftigt. Ihre Präventionsworkshops, finanziert vom Landesbüro der Kinderschutzbeauftragten, erreichten rund 5.000 Schülerinnen und Schüler. Im Mittelpunkt stand die Übersetzung digitaler Erlebnisse in reale Gespräche, um jungen Menschen zu helfen, schädliches Verhalten zu erkennen und dagegen vorzugehen.

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Bis 2025 gaben fast ein Viertel der Minderjährigen an, bereits Cybergrooming erlebt zu haben. Ramdanis Projekt endete jedoch nach der dreijährigen Pilotphase. Seitdem gibt es keine öffentlichen Daten darüber, wie viele Schulen in Deutschland ähnliche Programme eingeführt haben.

Expertinnen und Experten betonen auch die Rolle der Eltern bei der Prävention. Sie raten Familien, über Grenzen zu sprechen und das eigene digitale Verhalten zu reflektieren. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung von Tech-Unternehmen im Kampf gegen Online-Missbrauch ein komplexes Thema – eines, das in der Bildung weit mehr Aufmerksamkeit verdient.

Die Pilotworkshops in Thüringen statteten Tausende Schüler mit Werkzeugen aus, um digitale Risiken zu bewältigen. Doch ohne flächendeckende Umsetzung fehlt vielen jungen Menschen weiterhin der Zugang zu solcher Unterstützung. Angesichts des Ausmaßes sexualisierter Online-Gewalt bleiben kontinuierliche Präventionsbemühungen für Schulen, Familien und Politik unverzichtbar.

Quelle