03 April 2026, 12:22

Deutsche Forscher revolutionieren das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Elektrischer Mitsubishi Lancer EV auf einer nächtlichen Stadtstraße geparkt, umgeben von Gebäuden und beleuchteten Schaufenstern.

Deutsche Forscher revolutionieren das Recycling von Lithium-Ionen-Batterien

Neue deutsche Forschungsinitiative will Lithium-Ionen-Batterien effizienter recyceln

Das Projekt ProBatman vereint Industrie- und Wissenschaftspartner, um fast alle Materialien aus alten Batterien zurückzugewinnen – darunter flüchtige Komponenten und leitfähige Salze. Bisherige Verfahren gewinnen nur einen Bruchteil der Rohstoffe und sind oft energieintensiv oder chemieabhängig. Die neue Methode könnte daher ein Meilenstein für die Nachhaltigkeit werden.

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Schritte: die sichere Demontage von Batteriezellen unter Schutzgas, die Trennung der aktiven Speichermaterialien sowie innovative Technologien zum Lösen und Sortieren der Bindemittel. Jeder Prozess wird auf Skalierbarkeit, Umweltverträglichkeit und Sicherheit geprüft, bevor er in größerem Maßstab eingesetzt wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Geleitet wird die Initiative von einem Konsortium aus BMW AG, EurA AG, dem Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC, der Netzsch-Gruppe und der Universität Würzburg. Das Fraunhofer ISC bringt dabei Expertise in Materialwissenschaften und Analytik ein – inklusive einer Pilotfertigungslinie für Pouch-Zellen. Das Fraunhofer-Forschungs- und Entwicklungszentrum für Elektromobilität (FZEB) forscht bereits seit Langem an Direktrecycling-Verfahren für Lithium-Ionen-Batterien.

Bis 2040 könnten in Deutschland jährlich bis zu 360.000 Tonnen ausgedienter Lithium-Ionen-Batterien anfallen. ProBatman zielt darauf ab, davon 340.000 Tonnen pro Jahr zu verarbeiten und so die CO₂-Emissionen um bis zu 1,3 Gigatonnen zu senken. Das Vorhaben ist Teil einer breiteren Offensive in der deutschen Batterieforschung: Mindestens fünf große Einrichtungen – darunter das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die RWTH Aachen und die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) – arbeiten aktiv an Recyclinglösungen.

Gelingt das Projekt, könnte es Abfall und Energieverbrauch beim Batterierecycling drastisch reduzieren. Die angestrebte, nahezu vollständige Materialrückgewinnung schließt eine zentrale Lücke in den heutigen Verfahren. Mit Industrie- und Forschungspartnern an Bord geht es nun darum, die Technologien für den Praxiseinsatz hochzuskalieren.

Quelle