22 March 2026, 06:17

Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiewende im Vergleich zu Skandinavien

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Habecks Staatssekretär Graichen kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung - Ex-Staatssekretär Graichen zerpflückt Deutschlands zögerliche Energiewende im Vergleich zu Skandinavien

Patrick Graichen, ehemaliger Staatssekretär für Energie in Deutschland, hat die aktuelle Abhängigkeit der Regierung von Öl und Gas scharf kritisiert. Seine Äußerungen erfolgen nach seinem vorübergehenden Rückzug im Mai 2023, der auf Konflikte um das Heizungsgesetz und einen Interessenkonflikt folgte. Nun argumentiert er, dass wirtschaftliche Verflechtungen mit fossilen Brennstoffen und Reformwiderstände die Ursache für politische Versäumnisse seien.

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Als Beleg für schnellere Fortschritte verweist Graichen auf die skandinavischen Länder. In den vergangenen fünf Jahren haben Schweden, Norwegen und Dänemark bei der Einführung grüner Technologien deutlich an Fahrt aufgenommen. Schweden installiert mittlerweile jährlich rund 300.000 Wärmepumpen und wird bis 2025 über 2 Millionen Geräte erreichen – dank staatlicher Förderung und Innovationen für kalte Klimazonen. Norwegen ist weltweit führend bei Elektroautos: Bis 2025 werden voraussichtlich 90 Prozent der Neuzulassungen elektrisch sein, während Schweden und Dänemark Marktanteile von 50 bzw. 40 Prozent erreichen. Deutschland hingegen hinkt hinterher mit nur 250.000 jährlich installierten Wärmepumpen und einem Elektroauto-Anteil von 25 Prozent, gebremst durch Netzengpässe und gekürzte Subventionen.

Graichen macht für die zögerliche Energiewende in Deutschland tief verwurzelte wirtschaftliche Interessen an Öl und Gas, rechtspopulistischen Widerstand sowie eine generelle Veränderungsangst verantwortlich. Er warnt, dass das Ignorieren der Klimakrise diese nicht verschwinden lasse. Um den Wandel zu beschleunigen, schlägt er Steuerreformen vor – darunter die Abschaffung der Stromsteuer und eine Neuordnung der Netzentgelte, um Elektroautos und Wärmepumpen bezahlbarer zu machen.

Er betont, dass Deutschland von Skandinaviens ausgewogenem Ansatz lernen könne, wo grüne Technologien durch bezahlbare Preise und starke politische Unterstützung längst zum Standard geworden seien.

Graichens Kritik unterstreicht die Schwierigkeiten Deutschlands, an den skandinavischen Erfolg bei der Einführung grüner Energien anzuknüpfen. Seine vorgeschlagenen Steuer- und Gebührenreformen zielen darauf ab, die Kosten für Elektroautos und Wärmepumpen zu senken. Seiner Einschätzung nach werden politische Kurswechsel früher oder später kommen – allerdings erst, wenn die wirtschaftlichen und politischen Hindernisse überwunden sind.

Quelle