Franziska Erdle reformiert die Bundesapothekerkammer mit klarem Kurs
Niklas BrandtFranziska Erdle reformiert die Bundesapothekerkammer mit klarem Kurs
Franziska Erdle übernahm im Januar 2024 das Amt der Präsidentin der Bundesapothekerkammer (ABDA). Sie folgte auf Dr. Sebastian Schmitz, der Ende 2023 zurücktrat. Erdle kehrt nach einem einjährigen Sabbatjahr in die Position zurück und bringt Erfahrungen aus ihrer Zeit als Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbands Metallindustrie (WVM) mit.
Ihre erste große Herausforderung war die Apothekenreform in Deutschland. Seit ihrem Amtsantritt haben sich die Verhandlungen mit dem Bundestag intensiviert. Die ABDA konnte zentrale Änderungen an den geplanten Reformen durchsetzen, insbesondere bei Rabattverpflichtungen und Arzneimittelpreisregulierungen. Bis April 2025 wurde eine abgemilderte Fassung der Reform vereinbart, wenn auch keine vollständige Ablehnung erfolgte. Stattdessen gab es erhebliche Kompromisse bei der Finanzierung der Apotheken.
Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die Umstrukturierung des ABDA-Sekretariats. Erdle plant, es in 14 spezialisierte Einheiten aufzugliedern, um die Effizienz zu steigern. Zudem will sie die interne Kommunikation im Deutschen Apothekerhaus stärken.
Über die Reformverhandlungen hinaus setzt Erdle auf künstliche Intelligenz, um die Organisation zu modernisieren. Um ihre Ziele zu erreichen, wird sie sich aktiv mit Abgeordneten des Bundestags austauschen. Dennoch bleibt sie kritisch gegenüber den möglichen Folgen der Reform und warnt, dass diese lokale Apotheken und die Patientenversorgung gefährden könnten.
Die ABDA agiert nun unter einer neuen Führungsstruktur, wobei Erdle sich auf Anpassungen der Reform und interne Verbesserungen konzentriert. Ihr Ansatz verbindet direkte politische Einbindung mit langfristigen Modernisierungsplänen. Die Ergebnisse dieser Bemühungen werden die Zukunft des deutschen Apothekensektors prägen.






