14 March 2026, 06:34

Günther Jauch kauft Loriots historisches Domizil am Starnberger See

Ein Plakat mit einer Europakarte von 1870, umgeben von Cartoon-Bildern und dem Text "Humoristische Karte von Europa im Jahre 1870".

Günther Jauch kauft Loriots historisches Domizil am Starnberger See

Vicco von Bülow, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Loriot, hat der deutschen Comedy einen unauslöschlichen Stempel aufgedrückt. Seine Filme, Bücher und Sketche sind noch Jahrzehnte später beliebt. Nun hat der Fernsehmoderator Günther Jauch, ein langjähriger Verehrer seines Werks, sein ehemaliges Domizil am Starnberger See erworben.

Geboren als Bernhard Viktor Christoph Karl von Bülow, entstammte Loriot einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie. Ihr Wappen zierte ein goldener Pirol – der Vogel, der ihm später zu seinem berühmten Pseudonym inspirierte. Bevor er zum Filmemacher wurde, veröffentlichte er in den 1950er-Jahren humorvolle Bücher wie "Der unentbehrliche Ratgeber für die feine Gesellschaft" und "Glücklich eingewickelt: Zwei Fachleute verraten 20 erprobte Liebestrick".

Seine beiden bekanntesten Filme, "Ödipussi" (1988) und "Pappa ante Portas" (1991), drehte er mit Evelyn Hamann, seiner Leinwandpartnerin seit 1976. Beide Produktionen entstanden an Originalschauplätzen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. "Ödipussi" spielte unter anderem in Zürich und Salzburg, während "Pappa ante Portas" die Region um den Genfersee und die Ahlbecker Seebrücke auf Usedom zeigte – hier feierte Renate Lohse den Geburtstag ihrer Mutter. Eine zentrale Rolle in "Pappa ante Portas" spielte zudem das Axel-Springer-Hochhaus in Berlin, wo Heinrich Lohse entlassen wird und damit der Niedergang der Familie beginnt.

Legendär wurde auch der Speisesaal in "Pappa ante Portas" – allerdings fehlte in dieser Szene der 16-jährige Sohn Dieter Lohse auffällig.

Günther Jauch, der nun Loriots Anwesen am Starnberger See übernommen hat, lobte stets den scharfen Witz des Komikers. Es ist nicht das erste Mal, dass Jauch ein kulturelles Erbe bewahrt: So unterstützte er bereits die Restaurierung des Marmorpalais am Heiligen See in Potsdam.

Loriots Vermächtnis lebt weiter – in seinen Filmen, Büchern und den Orten, die mit seinem Werk verbunden sind. Mit dem Verkauf seines Hauses am Starnberger See an Günther Jauch bleibt ein weiteres Stück seiner Geschichte erhalten. Dessen Engagement deutet darauf hin, dass das Anwesen in den Händen eines Mannes liegt, der den kulturellen Beitrag seines Vorgänger tief schätzt.

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