29 March 2026, 16:17

Heino rockt Bad Belzig: Solidaritätskonzert nach Hymnen-Eklat entzweit die Gemüter

Ein Smiley mit den Farben Rot, Gelb und Weiß der deutschen Flagge auf einem weißen Hintergrund.

Heino rockt Bad Belzig: Solidaritätskonzert nach Hymnen-Eklat entzweit die Gemüter

Heino gibt Solidaritätskonzert in Bad Belzig nach Kritik an umstrittenem Nationalhymnen-Vortrag

Der deutsche Schlagersänger Heino veranstaltete in Bad Belzig ein Solidaritätskonzert, nachdem ein örtlicher Feuerwehrmann für das Spielen einer umstrittenen Version der Nationalhymne in die Kritik geraten war. Rund 800 Besucher kamen, um Richard Mänder zu unterstützen, der nach dem Vorfall von seinen Aufgaben als Juror bei einer Feuerwehrmeisterschaft enthoben worden war. Die Veranstaltung zog sowohl Fans als auch Kritiker an – mit Fahnen, Jubel und politischen Debatten prägten die Stimmung des Abends.

Auslöser der Kontroverse war der Feuerwehrmann Richard Mänder aus Bad Belzig, der bei einem Bundeswettbewerb die erste Strophe des Lieds der Deutschen gespielt hatte. Zwar ist diese Strophe nicht verboten, gilt aber aufgrund ihrer historischen Bezüge als problematisch. Der Deutsche Feuerwehrverband entband Mänder umgehend von allen Richterämtern – eine Entscheidung, die dieser als ungerecht bezeichnete. Er wies Vorwürfe einer rechtsextremen Gesinnung zurück, kritisierte die Sanktionen jedoch als unverhältnismäßig.

Heino, der in den 1970er-Jahren eine Aufnahme der vollständigen Hymne veröffentlicht hatte, äußerte öffentlich Kritik an Mänders Entlassung. Sein Manager Helmut Werner betonte, der Sänger setze sich für Mänders Recht auf eine zweite Chance ein, ohne dabei die umstrittene Strophe zu befürworten. Auf Nachfrage zu Vorwürfen über Heinos politische Haltung bezeichnete Werner die Kritiker als "ahnungslose Analphabeten".

Auf der Bühne des Konzerts hingen schwarz-rot-goldene Fahnen – die Farben der deutschen Flagge. Heino präsentierte Erfolge wie Karamba, Karacho, ein Whiskey und Die schwarze Barbara, während das Publikum tanzte und jubelte. Als er Layla sang, einen Titel, dem bereits Sexismus vorgeworfen wurde, brandete begeisterter Applaus auf. Als Zugabe wählte er das Volkslied Schwarzbraun ist die Haselnuss, dessen historische Verknüpfungen umstritten sind.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Parallel fand in Bad Belzig die Gegenveranstaltung Party für Vielfalt statt. Feuerwehrleute aus Sachsen und Thüringen besuchten Heinos Konzert aus Solidarität mit Mänder, der nun plant, jährliche Meisterschaften zu organisieren. Der Präsident des Landesfeuerwehrverbands warnte, dies könnte die Feuerwehrgemeinschaft weiter spalten.

Der Status der Nationalhymne wurde 1952 geklärt, als Bundespräsident Theodor Heuss und Bundeskanzler Konrad Adenauer vereinbarten, dass bei offiziellen Anlässen nur die dritte Strophe gesungen werden solle. Die ersten beiden Strophen sind zwar nicht verboten, bleiben in der öffentlichen Wahrnehmung aber umstritten.

Heinos Konzert zeigte, wie tief die Gesellschaft in Fragen nationaler Symbole und Meinungsfreiheit gespalten ist. Mänders geplante Meisterschaften könnten die Spannungen im Feuerwehrverband weiter anheizen. Zudem wurde die Debatte über die Geschichte der Hymne und die Grenzen ihrer öffentlichen Aufführung neu entfacht.

Quelle