IG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Philipp MeyerIG Metall plant "Job-to-Job"-Netzwerk gegen Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für ein landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk in Sachsen-Anhalt ein. Mit dieser Initiative sollen Beschäftigte rechtzeitig in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt werden, bevor sie arbeitslos werden. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Industrie der Region mit den Herausforderungen der Dekarbonisierung, Digitalisierung und veränderten globalen Handelsströmen kämpft.
Der Bezirksleiter der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, kritisiert die aktuelle Praxis, Fachkräfte zunächst zu entlassen, um sie später erneut anwerben zu müssen. Dieser Kreislauf schade sowohl den Beschäftigten als auch der regionalen Wirtschaft, so Gröger. Stattdessen soll das geplante Netzwerk darauf abzielen, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits vor betriebsbedingten Kündigungen in neue Stellen zu vermitteln.
Bevor externe Jobwechsel in Betracht gezogen werden, müssen Unternehmen zunächst interne Lösungen prüfen, um Erfahrung und Fachwissen im Betrieb zu halten. Das Netzwerk würde dann als Brücke fungieren und Branchen mit Personalüberschuss mit solchen verbinden, die dringend qualifizierte Fachkräfte suchen. So soll verhindert werden, dass wertvolles Know-how die Region vollständig verlässt.
Die IG Metall plant Gespräche mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, um die Umsetzung des Netzwerks zu beraten. Ziel ist es, ein dauerhaftes System zu schaffen, das den industriellen Wandel sozialverträglich begleitet. Auf diese Weise soll die Region ihre lokalen Wertschöpfungsketten stabilisieren und eine starke Industriebasis erhalten.
Das "Job-to-Job"-Netzwerk würde zentrale Probleme angehen – etwa Überkapazitäten in einigen Branchen und Fachkräftemangel in anderen. Gelänge die Umsetzung, könnte Sachsen-Anhalt seine Arbeitskräfte halten und sich gleichzeitig an die wirtschaftlichen Veränderungen anpassen. Der nächste Schritt besteht in Verhandlungen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, um aus dem Vorschlag konkrete Maßnahmen zu entwickeln.






