Immer weniger Minijobber wechseln in reguläre Arbeitsverhältnisse – warum?
Niklas BrandtImmer weniger Minijobber wechseln in reguläre Arbeitsverhältnisse – warum?
Immer weniger Minijobber steigen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse um als in den Vorjahren. Bis September 2022 hatten nur 50.831 diesen Schritt gewagt – hochgerechnet auf das gesamte Jahr wären das etwa 67.775. Ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2017, als noch 102.084 Beschäftigte in reguläre Arbeitsverhältnisse wechselten.
Der Rückgang bei den Übergängen hält seit Jahren an. 2017 fanden noch 27,1 % der Minijobber, die ergänzende Sozialleistungen bezogen, eine reguläre Anstellung. Bis 2022 sank dieser Anteil auf nur noch 18,6 %.
Auch die Zahl der durch solche Übergänge entstandenen Vollzeitstellen ist gesunken. 2017 wurden noch 33.953 dieser Arbeitsplätze besetzt, doch bis September 2022 hatte sich die Zahl mit 16.315 fast halbiert – hochgerechnet auf das Jahr wären es 21.753.
Politiker bieten unterschiedliche Erklärungen für diese Entwicklung. Hülya Düber, Bundestagsabgeordnete der CSU, macht unzureichende Anreize im System dafür verantwortlich. Jan Feser von der AfD kritisiert hingegen die Bundesagentur für Arbeit, die seiner Meinung nach die Arbeitslosigkeit nicht wirksam bekämpfe. Die Behörde selbst führt die schwache Arbeitsmarktlage als Hauptgrund an.
Die Daten zeigen einen klaren Abwärtstrend: Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in reguläre Beschäftigung. Mit rückläufigen Übergängen und weniger Vollzeitstellen bleibt das Thema unter Politikern umstritten. Die Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit deutet darauf hin, dass tiefgreifendere wirtschaftliche Herausforderungen eine Rolle spielen.






