Jungheinrich verliert 30 Prozent Marktwert – Führungswechsel und Gewinnrückgang belasten das Unternehmen
Philipp MeyerJungheinrich verliert 30 Prozent Marktwert – Führungswechsel und Gewinnrückgang belasten das Unternehmen
Jungheinrich hat seit Ende 2025 fast 30 Prozent seines Marktwerts verloren – der Börsenwert des Unternehmens beläuft sich nun auf rund 2,6 Milliarden Euro. Der Rückgang folgt auf einen deutlichen Gewinnrückgang im ersten Quartal sowie Führungswechsel an der Unternehmensspitze.
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im ersten Quartal nur noch bei der Hälfte des Vorjahreswerts. Ein Streik im Werk Lüneburg und der harte Wettbewerb in der Branche verschärften die finanzielle Belastung zusätzlich.
Heike Wulff, die Finanzvorständin, wird das Unternehmen nach einer einvernehmlichen Lösung mit dem Aufsichtsrat verlassen. Ihr Vertrag wird nicht verlängert. CEO Lars Brzoska übernimmt die Finanzgeschäfte vorläufig, bis eine dauerhafte Nachfolge gefunden ist.
Jungheinrich bleibt weiterhin in der Hand der Gründerfamilie. Die Nachkommen von Friedrich Jungheinrich halten über 54 Millionen stimmberechtigte, nicht börsennotierte Stammaktien 53 Prozent der Unternehmensanteile. Weitere 45 Millionen stimmrechtslose Vorzugsaktien, die im MDAX gehandelt werden, befinden sich größtenteils in Streubesitz.
Nun steht das Unternehmen vor der Aufgabe, seine Finanzen zu stabilisieren und gleichzeitig einen neuen Finanzvorstand zu suchen. Während Brzoska die Finanzabteilung interimistisch leitet, muss Jungheinrich in den kommenden Monaten sowohl operative Herausforderungen bewältigen als auch das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.






