Linksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatungsstelle mit Graffiti und Hassbotschaften
Philipp MeyerLinksextreme zerstören Heidelberger Schwangerschaftsberatungsstelle mit Graffiti und Hassbotschaften
Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg von mutmaßlichen Linksextremisten verwüstet
Eine Schwangerschaftsberatungsstelle in Heidelberg ist in den frühen Morgenstunden des 6. März bei einem Angriff mutmaßlich durch linksextreme Täter beschädigt worden. Das Gebäude wurde mit Graffiti beschmiert, zudem wurde in der Umgebung ein Bekennerschreiben verteilt. Die überwiegend weiblichen Mitarbeiterinnen sehen sich nach Jahren wiederholter Angriffe erneut mit großer Belastung konfrontiert.
Der Vorfall ereignete sich gegen 0:30 Uhr am 6. März; die Schäden wurden am nächsten Morgen entdeckt und gemeldet. Die Täter sprühten den Slogan "Nieder mit dem Patriarchat" an die Außenwand, beschädigten die Fassade und zerstörten den Briefkasten. Erste Schätzungen gehen von Reparaturkosten in Höhe von mindestens 25.000 Euro aus, wobei die Endsumme noch steigen könnte.
Ein anonymes Schreiben, das in benachbarten Briefkästen hinterlegt wurde, rechtfertigte die Tat mit der Begründung, die "Selbstbestimmung über den eigenen Körper" dürfe nicht durch "religiöse, manipulative Gruppen" eingeschränkt werden. Die Polizei prüft zudem einen ähnlichen Vorfall von vor etwa einem Jahr auf mögliche Zusammenhänge.
Es handelt sich bereits um den fünften schweren Angriff auf die vom Verein Pro Femina betriebene Beratungsstelle seit 2019. Frühere Vorfälle, darunter wiederholte Farbattacken, haben kumulativ Schäden von rund 100.000 Euro verursacht. Trotz Ermittlungen gab es bisher keine Festnahmen, und den Behörden fehlen weiterhin klare Spuren oder ein bestätigtes politisches Motiv.
Die Einrichtung unterstützt Frauen in Schwangerschaftskonflikten; 90 Prozent der Mitarbeiterinnen sind Frauen. Sie beschreiben die wiederholte Sachbeschädigung als tiefgreifend stigmatisierend. Jeder Angriff unterbricht ihre Arbeit und lässt sie das Gefühl haben, gezielt angegriffen zu werden.
Die jüngste Verwüstung reiht sich in eine Serie unaufgeklärter Angriffe auf die Heidelberger Beratungsstelle ein. Da keine Tatverdächtigen ermittelt werden konnten, bleibt der Fall vorerst ungeklärt, während die Polizei die Ermittlungen fortsetzt. Unterdessen müssen die Mitarbeiterinnen die Schäden erneut beheben – und gleichzeitig ihre Beratungsarbeit fortsetzen.