Die letzte große Diva des alten Showgeschäfts - Liza Minnelli wird 80: Ein Leben zwischen Triumph und Tragödie
Liza Minnelli wird am 12. März 80 Jahre alt – ein Jubiläum, das eine Karriere krönt, die sich über fast sechs Jahrzehnte erstreckt. Als Tochter des Regisseurs Vincente Minnelli und der Legende Judy Garland in die Hollywood-Elite hineingeboren, schlug sie ihren eigenen Weg ein: mit Talent, Widerstandskraft und einer Stimme, die eine ganze Epoche prägte. Von den Bühnen des Broadway bis zum Oscar-Ruhm war ihr Leben ebenso dramatisch wie die Rollen, die sie spielte.
Ihr Aufstieg begann früh. Mit nur 19 Jahren gewann sie 1965 einen Tony Award für ihr Broadway-Debüt in Flora, die rote Gefahr. Ihre mitreißende Bühnenpräsenz überstrahlte bald ihre Filmkarriere, doch Hollywood wurde aufmerksam, als sie 1972 den Oscar als beste Hauptdarstellerin für Cabaret erhielt. Der Triumph hätte ihr alle Türen öffnen sollen – doch sie lehnte anschließend rund 400 Drehbücher ab. Ihre nächsten drei Filme floppten, und sie kehrte dorthin zurück, wo das Publikum sie am meisten liebte: ins Theater und in die Konzerthallen.
Ihr Privatleben war ebenso intensiv wie ihre Auftritte. Vier Ehen, hochkarätige Affären mit Persönlichkeiten wie Michail Baryschnikow und Peter Sellers sowie ein herzzerreißender Kampf mit Unfruchtbarkeit nach mehreren Fehlgeburten begleiteten ihre beruflichen Erfolge. Hinter den Kulissen rang sie mit Alkohol- und Tablettenabhängigkeit – ein Kampf, über den sie später offen sprach.
Ende der 1980er Jahre gelang Minnelli ein atemberaubendes Comeback. Eine zweijährige Welttournee mit Frank Sinatra und Sammy Davis Jr. von 1988 bis 1990 füllte weltweit die Säle. 1989 katapultierte sie ihre Zusammenarbeit mit den Pet Shop Boys und der Single Losing My Mind zurück ins Rampenlicht einer neuen Generation. Der Song wurde ein internationaler Hit, und 1991 führte sie die Einkommenslisten als bestbezahlte Bühnendarstellerin Amerikas an – selbst die Rolling Stones überflügelte sie. Ihr Markenzeichen, New York, New York, war längst zur inoffiziellen Hymne der Stadt geworden, ein Status, den ihre rekordverdächtige Serie im Jahr 1979 in der Carnegie Hall unterstrich: elf ausverkaufte Shows in Folge.
Europa feierte sie mit derselben Leidenschaft. 2005 stand sie bei der Life Ball in Wien vor 40.000 Menschen auf der Bühne – als Botschafterin von amfAR. Fred Astaire hatte sie 1974 einst als Hollywoods "Kronprinzessin" bezeichnet, doch ihr wahres Königreich war immer das Live-Publikum, wo ihre Energie und Emotionen keinen Zuschauer unberührt ließen.
Minnellis Vermächtnis geht weit über Auszeichnungen oder Einspielergebnisse hinaus. Sie verwandelte Rückschläge in Triumphe, erfand sich immer wieder neu – ohne dabei das rohe Talent zu verraten, das sie von ihren Eltern geerbt hatte. An ihrem 80. Geburtstag bleibt ihr Einfluss ungebrochen: nicht nur in Aufnahmen oder Filmrollen, sondern auf unzähligen Bühnen, auf denen ihre Stimme noch immer nachhallt.