Lörrach setzt auf Turbo für den Wohnungsbau mit neuer Beschleunigungsstrategie
Philipp MeyerLörrach setzt auf Turbo für den Wohnungsbau mit neuer Beschleunigungsstrategie
Lörrach treibt die deutsche "Beschleunigungsstrategie für den Wohnungsbau" voran, um den Bau von Wohnraum zu beschleunigen. Die Stadt erarbeitet derzeit strategische Leitlinien, um die neuen Regelungen optimal zu nutzen. Die Verantwortlichen streben an, die Pläne noch vor der Sommerpause vom Stadtrat absegnen zu lassen.
Die Regelung ermöglicht es Kommunen, bestimmte Bauvorschriften zu umgehen – allerdings nur unter strengen Auflagen. Jedes Projekt muss städtebauliche Ziele erfüllen, die Interessen der Anwohner wahren und dem Gemeinwohl dienen.
Das Beschleunigungsverfahren soll den Wohnungsbau vereinfachen und zügiger machen. Lörrach plant, es vor allem in Wohn- und Mischgebieten mit starkem Wohnfokus einzusetzen. Wichtige Voraussetzungen sind eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie Entwürfe, die sich harmonisch in bestehende Nachbarschaften einfügen.
Die Stadt legt zudem klare Standards für Neubauten fest. Dazu zählen Quoten für bezahlbaren Wohnraum, Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung und eine ausgewogene Stadtplanung. Grünflächen, Mobilität und Wohnungsdichte werden dabei gleichermaßen berücksichtigt.
Lörrachs Vorgehen ist Teil der "Wohnraumoffensive 2035", die vor allem die Nachverdichtung fördert. Bis März 2026 hatten bereits rund 150 deutsche Kommunen Pläne für das Beschleunigungsverfahren eingereicht. Großstädte wie Berlin, München, Hamburg und Leipzig machten mit detaillierten Vorbereitungen und Beteiligungsmodellen für die Öffentlichkeit vor, wie es geht.
Die Leitlinien Lörrachs werden bestimmen, wie die Beschleunigungsstrategie vor Ort umgesetzt wird. Werden die Regeln verabschiedet, könnten sie helfen, schneller neuen Wohnraum zu schaffen – ohne dabei die städtebauliche Qualität aus den Augen zu verlieren. Im Mittelpunkt steht für die Stadt nach wie vor ein nachhaltiges Wachstum und die langfristige Sicherung des Wohnbedarfs.