20 April 2026, 04:15

Machtkampf bei DocMorris: Soll ein umstrittenes Branchen-Urgestein die Versandapotheke retten?

Außensicht der "Generics Pharmacy" mit umgebenden stadtischen Elementen unter einem klaren blauen Himmel.

Machtkampf bei DocMorris: Soll ein umstrittenes Branchen-Urgestein die Versandapotheke retten?

Bei DocMorris bahnt sich ein Machtkampf an: Aktionäre drängen auf die Absetzung von Vorstandschef Walter Oberhänsli und wollen ihn durch Dr. Fritz Oesterle ersetzen, einen Branchenveteran mit durchwachsenem Ruf. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Versandapotheke mit schwachen Gewinnen und wachsendem Konkurrenzdruck zu kämpfen hat.

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Seit Jahren steckt DocMorris in finanziellen Schwierigkeiten. Hohe Marketingkosten und stagnierendes Wachstum haben die Rentabilität in weite Ferne rücken lassen. Die geduldigen Aktionäre fordern nun einen Führungswechsel, enttäuscht von der ausbleibenden Wende.

Ihr Favorit: Dr. Fritz Oesterle, ehemaliger Chef des Pharmagroßhändlers Celesio, der DocMorris 2007 übernahm. Seine Strategie setzte auf Marktliberalisierung – doch 2009 bestätigte der Europäische Gerichtshof das Verbot externer Apothekenbesitzmodelle. Das Urteil traf Celesio hart und kostete Oesterle 2011 den Posten.

Seither war Oesterle vor allem in Aufsichtsräten aktiv, etwa in der Bankenbranche und bei Unternehmen in Baden-Württemberg. Seine Unterstützer von der Beteiligungsgesellschaft Ceplion wollen ihn nun an die Spitze von DocMorris bringen, um das Unternehmen zu einer führenden europäischen "Gesundheit-per-Klick"-Plattform auszubauen. Auch Ralf Däinghaus, ein weiterer Manager, gilt als Kandidat für den Posten.

Doch die Branche selbst steht vor einem Umbruch. Konkurrenten wie die Schwarz-Gruppe und dm drängen in den Versandhandel mit Arzneimitteln und setzen DocMorris zusätzlich unter Druck. Falls ernannt, müsste Oesterle das Unternehmen stabilisieren, Verluste abbauen und das Vertrauen der Investoren zurückgewinnen.

Der Führungsstreit bei DocMorris spiegelt die allgemeine Unruhe im Apothekenmarkt wider. Der neue Chef wird nicht nur die finanziellen Probleme lösen, sondern auch gegen aggressive Mitbewerber bestehen müssen. Das Ergebnis könnte die Zukunft des Unternehmens – und der gesamten Branche – neu prägen.

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