Mainz setzt auf grüne Farbe statt auf echte Grünflächen und Bäume
Mainz startet ungewöhnliche "Begrünungs"-Initiative – mit Farbton statt Bäumen
Mainz will in Kürze ein ungewöhnliches "Begrünungs"-Projekt starten: Tausende Gebäude sollen einfach grün angestrichen werden. Der Schritt folgt auf jahrelange stockende Bemühungen, tatsächlich mehr Grünflächen in der Stadt zu schaffen. Nun setzen die Verantwortlichen auf einen anderen Ansatz – einen, der auf einen frischen Anstrich statt auf neue Parks oder Bäume setzt.
Das Projekt wird bis Ende des Jahres rund 10 Millionen Euro kosten und wird durch ein neues EU-Förderprogramm unterstützt, das hunderte Millionen an Subventionen für nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte bereitstellt. Im Fokus der Umgestaltung stehen zentrale Bereiche wie die Gebäude rund um den Mainzer Markt, das Neustadtviertel und das Staatstheater. Selbst der Leichhof-Friedhof ist in die Pläne einbezogen, während noch unklar ist, ob der Mainzer Dom folgen wird. Über die Architektur hinaus führt die Stadt grüne Uniformen für Polizisten wieder ein, und der lokale Fußballverein 1. FSV Mainz 05 wird ebenfalls auf grüne Trikots umsteigen.
Zudem müssen alle Neubauten in der Stadt künftig grüne Fassaden aufweisen. Die Kehrtwende kommt nach jüngsten Umgestaltungen, die viele Gebäude kahl und unwirtlich wirken ließen. Trotz dieser Maßnahmen hat Mainz leise sein früheres Ziel fallen lassen, klassische Grünflächen wie Parks oder baumbestandene Straßen auszubauen.
In anderen deutschen Städten – darunter Freiburg, Münster und Heidelberg – wurden bereits EU-geförderte "Grüne" Sanierungsprogramme umgesetzt. Diese Initiativen erfüllten strenge Kriterien, indem sie sicherstellten, dass mindestens 35 Prozent der renovierten öffentlichen Flächen mit Vegetation oder wasserdurchlässigen Belägen ausgestattet wurden. Dachgärten, Stadtbaumpflanzungen und vertikale Begrünung gehörten zu den zentralen Elementen, die durch EU-Prüfungen bestätigt wurden. Mainz hingegen hat sich für einen einfacheren Weg entschieden: die Stadt einfach grün anzumalen.
Bis Jahresende wird das Projekt das Erscheinungsbild von Mainz prägen – mit grünen Fassaden, Uniformen und sogar Sporttrikots als neuer Standard. Während andere deutsche Städte auf physische Begrünung setzen, verlässt sich Mainz auf Farbe, um seine Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Die Investition von 10 Millionen Euro markiert damit einen deutlichen Bruch mit den früheren Plänen, natürliche Grünflächen in der Stadt auszuweiten.






