29 April 2026, 04:47

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein überraschendes Revival nach der Pandemie

Ein Buch mit dem Titel "The Theatre: A Monthly Review of the Drama, Music, and the Fine Arts" ist aufgeschlagen und zeigt eine Seite mit Text und einem Logo.

Marathon-Theater erlebt in Deutschland ein überraschendes Revival nach der Pandemie

Lange Theaterstücke feiern in Deutschland ein Comeback

Das diesjährige Berliner Theatertreffen (1. bis 17. Mai) war ein Beleg dafür: Epische Inszenierungen wie Wallenstein waren restlos ausverkauft. Damit setzt sich ein Trend fort, der nach Jahren pandemiebedingt kürzerer, pausenloser Stücke wieder zu marathonglangen Aufführungen zurückkehrt.

Das Theatertreffen, eines der renommiertesten Theaterfestival Deutschlands, präsentiert jährlich herausragende Produktionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. In diesem Jahr zeigte etwa das Münchner KammerspieleWallenstein: Ein Fest des Krieges in sieben Gängen – ein siebenstündiges Mammutprojekt. Die Karten waren schnell vergriffen, ein Zeichen für das große Publikuminteresse.

Deutsche Bühnen haben ohnehin eine Tradition für ausufernde Stücke. Schon 1999 inszenierte Luk Perceval bei den Salzburger FestspielenSchlachten! – eine zwölftstündige Produktion. 2023 brachte das Schauspielhaus BochumDie Brüder Karamasow in sieben Stunden auf die Bühne. Und die Berliner Volksbühne zeigt nun eine Neuauflage von Peer Gynt, dessen erster Teil allein acht Stunden dauert.

Während und kurz nach der Pandemie dominierten kürzere, durchgehende Stücke. Doch nun scheinen Regisseure und Publikum wieder bereit für ausgedehnte Theatererlebnisse. Nora Hertlein-Hull, Leiterin des Berliner Theatertreffens, erlebte ultra-langes Theater erstmals 2007 beim Wiener Festwochen. Der Deutsche Bühnenverein erfasst zwar keine offiziellen Statistiken zu Spieldauern – doch der Trend ist deutlich.

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Die Rückkehr des Marathon-Theaters deutet auf einen Wandel im Publikumgeschmack hin. Produktionen wie Wallenstein oder Peer Gynt zeigen: Langformate bleiben ein zentraler Bestandteil der deutschen Theaterkultur. Bei ausverkauften Häusern und wachsendem Interesse dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

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