Merz drängt auf bessere Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Osteuropa
Niklas BrandtMerz drängt auf bessere Bahnverbindungen zwischen Deutschland und Osteuropa
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert einen Ausbau der Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Osteuropa. Er bezeichnete die geplanten Modernisierungen als ein "wichtiges strategisches Interesse" für das Land, insbesondere für Strecken nach Polen und Tschechien. Die Angelegenheit hat bereits die Aufmerksamkeit beider Nachbarregierungen geweckt.
Der Vorstoß für bessere grenzüberschreitende Bahnverbindungen erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Bundeskanzler Olaf Scholz kürzlich mit den Ministerpräsidenten der ostdeutschen Bundesländer über die regionale Wirtschaftsentwicklung beriet. Zwar standen in den vergangenen Jahren vor allem inländische Bahnprojekte im Fokus – die Investitionen der Deutschen Bahn stiegen von 19 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf über 23 Milliarden Euro im Jahr 2026 –, doch nur wenige Vorhaben zielten direkt auf die Verbindungen zwischen Deutschland und Polen ab.
Aktuell verkehren die Züge nach Polen im Zweistundentakt, allerdings kommt es immer wieder zu Störungen. Durch laufende Bauarbeiten in Berlin müssen Züge den Hauptbahnhof und den Ostbahnhof umfahren und werden stattdessen über Gesundbrunnen geleitet. Trotz dieser Herausforderungen haben sowohl Warschau als auch Prag bei Merz offiziell den Bedarf an Verbesserungen angemeldet.
Die jüngsten Infrastrukturvorhaben der Bundesregierung konzentrierten sich auf innerdeutsche Strecken wie die Linie Frankfurt–Mannheim, die 2024 saniert wurde. Bisher wurden jedoch keine speziellen Projekte für grenzüberschreitende Verbindungen nach Osteuropa angekündigt. Die Regierung wird das Thema nun in den anstehenden Beratungen erneut aufgreifen.
Der Vorschlag unterstreicht die wachsende Nachfrage nach nahtlosem Schienenverkehr zwischen Deutschland und seinen östlichen Nachbarn. Bei einer Umsetzung könnten die Modernisierungen grenzüberschreitende Reisen erleichtern und den regionalen Handel stärken. Die nächsten Schritte hängen von den Kabinettsentscheidungen und einer möglichen Zusammenarbeit mit Polen und Tschechien ab.






