Mirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Philipp MeyerMirjam Kottmann bricht als erste Rollstuhl-Nachrichtensprecherin Deutschlands Barrieren
Mirjam Kottmann hat Geschichte geschrieben: Sie ist die erste Nachrichtensprecherin im Rollstuhl in Deutschland. Seit Februar 2022 präsentiert sie die Nachrichten bei BR24, dem Nachrichtenangebot des Bayerischen Rundfunks. Ihre Berufung markiert einen bedeutenden Moment für Medienvielfalt im Land.
Kottmanns Karriere im Rundfunk begann 1997 beim Bayerischen Rundfunk, wo sie zunächst für die Rundschau arbeitete – den Vorgänger von BR24. Im Laufe der Jahre gewann sie mit ihrer herzlichen Art, ihrer Professionalität und ihrer markanten Stimme sowohl bei Kollegen als auch beim Publikum Anerkennung.
Im Herbst 2023 bewarb sie sich erfolgreich für eine offene Moderatorenstelle bei BR24. Nach einer Probezeit bestätigte der Sender sie als Sprecherin für die Nachrichten um 16:00 Uhr und 18:30 Uhr. Kottmann, die an Multipler Sklerose erkrankt ist und seit zwölf Jahren auf einen Rollstuhl angewiesen ist, steht heute als sichtbares Vorbild für Menschen mit Behinderungen.
Obwohl es keine genauen Zahlen zu fest angestellten Nachrichtensprechern mit körperlichen Behinderungen im deutschen Fernsehen gibt, unterstreicht Kottmanns Präsenz die anhaltenden Forderungen nach mehr Inklusion. Neben ihrer Arbeit vor der Kamera setzt sie sich aktiv für eine vielfältigere Repräsentation in den Medien ein.
Kottmanns bahnbrechende Rolle bei BR24 verändert die Wahrnehmung von Behinderung im Rundfunk. Ihre Position als reguläre Nachrichtensprecherin zeigt Fortschritte in Sachen Barrierefreiheit, auch wenn es an umfassenden Branchen-Daten zur Repräsentation noch mangelt. Die Zuschauer reagieren weiterhin positiv auf ihre professionelle und ansprechende Moderation.






