Nordkurier stellt auf Abendzustellung um – und rettet damit Printzeitungen
Emma SchmidtNordkurier stellt auf Abendzustellung um – und rettet damit Printzeitungen
Nordkurier Mediengruppe stellt Zeitungszustellung um
Die Nordkurier Mediengruppe ändert die Auslieferung ihrer gedruckten Zeitungen. Künftig werden die Tagesausgaben abends statt morgens zugestellt. Mit der Umstellung sollen Kosten gespart und der Fortbestand der Printausgaben in ländlichen Regionen gesichert werden, wo die Auflagen rückläufig sind.
Steigende Mindestlöhne und eine schrumpfende Leserschaft haben die Morgenzustellung unwirtschaftlich gemacht. Als Reaktion testet die Gruppe in Pilotregionen bereits die Abendauslieferung – mit ersten positiven Ergebnissen. Bis Ende dieses Jahres soll der vollständige Wechsel abgeschlossen sein.
Auch der Erscheinungsrhythmus wird angepasst: Statt von Montag bis Samstag erscheinen die Zeitungen künftig von Dienstag bis Sonntag – und damit sieben Tage die Woche. Die digitale E-Paper-Ausgabe bleibt weiterhin täglich aktuell und wird nach Redaktionsschluss für die Printausgabe noch einmal überarbeitet, um die Nachrichten frisch zu halten.
Hinter den Kulissen baut das Unternehmen ein eigenes Logistiknetz auf. Dieses soll nicht nur Zeitungen, sondern auch Pakete, Lebensmittel, Medikamente und Briefe transportieren. Der Paketdienst Hermes hat sich bereits als Kunde für den neuen Service verpflichtet.
Lutz Schumacher, Geschäftsführer der Gruppe, sieht in diesem Modell eine Chance, gedruckte Zeitungen in ländlichen Gemeinden zu retten. Er bezeichnet es als mögliches Vorbild für die gesamte Branche.
Der Wechsel zur Abendzustellung bedeutet eine große Veränderung für Leser und Unternehmen. Mit dem neuen Logistiknetz und den angepassten Erscheinungstagen will die Gruppe die Zukunft der lokalen Zeitungen sichern. Die vollständige Umstellung soll noch in diesem Jahr abgeschlossen sein.






