Nur 2 % der Firmen nutzen Integrated Business Planning in vollem Umfang
Niklas BrandtNur 2 % der Firmen nutzen Integrated Business Planning in vollem Umfang
Nur ein winziger Bruchteil der weltweiten Unternehmen hat Integrated Business Planning (IBP) vollständig eingeführt – obwohl dessen Bedeutung stetig wächst. Eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Camelot Management Consultants zeigt, dass lediglich 2 Prozent der Firmen IBP in ihren gesamten Lieferketten nutzen. Die Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der Unternehmen unter zunehmendem Druck stehen, ihre Agilität angesichts anhaltender Störungen in den Lieferketten zu verbessern.
Für die Studie «IBP Radar 2020» wurden Fachleute aus Schlüsselbranchen befragt, darunter Chemie, Pharmazie, Konsumgüter und Fertigungsindustrie. Die Forscher stellten fest: 80 Prozent der Führungskräfte halten IBP für entscheidend, um Lieferketten flexibler zu gestalten – doch die meisten haben kaum mehr als erste Schritte unternommen. Über 70 Prozent der Unternehmen setzen lediglich grundlegende Versionen ein und nutzen damit nicht das volle Potenzial der Methode.
IBP verknüpft Vertriebs-, Finanz- und Lieferkettenplanung in einem einzigen System. Dieser Ansatz fördert die Zusammenarbeit zwischen Abteilungen, reduziert Verzögerungen und stärkt die Widerstandsfähigkeit. Doch das größte Hindernis bleibt die mangelnde Erfahrung mit funktionsübergreifender Teamarbeit – insbesondere mit der Einbindung der Finanzabteilungen, die in zwei Dritteln der Fälle ausgeschlossen werden.
Die Corona-Pandemie hat die Schwächen globaler Lieferketten schonungslos offengelegt und macht Agilität sowie zuverlässige Lieferungen zu obersten Prioritäten. Experten warnen: Ohne eine breitere Einführung von IBP drohen Unternehmen in einem zunehmend volatilen Markt den Anschluss zu verlieren.
Die auf Wertschöpfungsketten spezialisierte Beratung Camelot Management Consultants hat die Studie durchgeführt. Das Unternehmen verbindet strategische Beratung mit technischem Know-how, um Betrieben zu helfen, ihre Abläufe zu optimieren.
Die Ergebnisse zeigen eine klare Lücke zwischen Erkenntnis und Umsetzung: Zwar erkennen die meisten Führungskräfte den Wert von IBP an, doch nur wenige setzen es konsequent um. Angesichts anhaltender Herausforderungen in den Lieferketten könnten Unternehmen gezwungen sein, Zusammenarbeit und Planung grundlegend zu überdenken, um wettbewerbsfähig zu bleiben.