31 March 2026, 18:17

Ölpreise explodieren: Brent-Rohöl erreicht fast 100 Dollar – und die EZB schlägt Alarm

Plakat mit der Aufschrift "Unter Präsident Bidens Inflation Reduction Act" in fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte: oben die Auswirkungen des Gesetzes und unten eine visuelle Darstellung in blauen und grünen Tönen.

Ölpreise explodieren: Brent-Rohöl erreicht fast 100 Dollar – und die EZB schlägt Alarm

Die Ölpreise sind nach der Eskalation der Spannungen im Iran-Krieg und einer Blockade in der Straße von Hormus auf fast Rekordniveau gestiegen. Bis März 2026 kletterte der Preis für Brent-Rohöl auf 100 US-Dollar pro Fass – ein Stand, der zuletzt 2022 erreicht wurde –, während Heizöl in Deutschland seit Ende 2025 um 40 Prozent teurer wurde. Der Preisschub trieb die Inflation in Deutschland auf 2,7 Prozent und zwang die Europäische Zentralbank (EZB), eine entschlossene Gegenstrategie zu entwickeln.

Die Krise hatte bereits Ende 2023 begonnen, als Angriffe der Huthi-Rebellen auf Schifffahrtsrouten fast die Hälfte des Verkehrs durch den Suezkanal umleiteten. Trotz Erholungsversuchen normalisierten sich die Handelsströme nie vollständig. Der aktuelle Ölpreisanstieg liegt nun im 95. Perzentil der von der EZB prognostizierten Verteilung und stellt einen schweren Schock dar.

Als Reaktion genehmigte die Internationale Energieagentur (IEA) die größte Freigabe strategischer Reserven ihrer Geschichte – 400 Millionen Barrel. Dennoch bleiben die aktuellen Bestände unter den Spitzenwerten der 1970er-Jahre oder von 2008. Das negative Szenario der EZB, das eng mit den Markttendenzen übereinstimmt, sagt für 2026 eine Stagnation der Wirtschaftsleistung im Euroraum voraus, mit nur einer langsamen Erholung bis Ende 2028. Ein tieferer Schock könnte eine leichte Rezession auslösen.

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EZB-Präsidentin Christine Lagarde präsentierte einen Dreistufenplan zur Bewältigung der Krise. Erstens werde die Bank einen kurzfristigen Energieschock ignorieren, da geldpolitische Anpassungen zu spät kämen, um noch Wirkung zu zeigen. Zweitens folge bei einer vorübergehenden, aber über dem Ziel liegenden Inflation eine abgestufte Politikänderung. Drittens sei ein kraftvolles und nachhaltiges Eingreifen erforderlich, falls die Inflation deutlich und dauerhaft vom Kurs abweiche.

Die bevorstehenden Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zeichnen ein düsteres Bild: weltweit höhere Preise bei gleichzeitig gedrosseltem Wachstum. Zwar bleibt die Inflation unter den Werten der 1970er-Jahre, doch das extreme Szenario der EZB sagt voraus, dass sowohl die Gesamtinflation als auch die Kerninflation über zwei Jahre hinweg übermäßig hoch bleiben werden.

Die EZB steht nun vor dem schwierigen Spagat, die Inflation einzudämmen, ohne die Wirtschaft in eine Stagnation zu treiben. Lagardes Strategie hängt von Dauer und Ausmaß des Ölschochs ab. Angesichts der nahe an historischen Höchstständen liegenden Preise und der anhaltenden Handelsstörungen müssen sich die Politikverantwortlichen auf eine längerfristige finanzielle Belastung im Euroraum einstellen.

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