Ostdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben trotz Mini-Wachstum 2025
Niklas BrandtOstdeutschlands Chemieindustrie kämpft um Überleben trotz Mini-Wachstum 2025
Ostdeutschlands Chemie- und Pharmabranche erwirtschaftete 2025 Umsätze in Höhe von 28,5 Milliarden Euro – ein bescheidener Anstieg von 0,5 Prozent, der ausschließlich auf das Wachstum der Pharmasparte zurückging, während die traditionelle chemische Produktion weiter schwächelte. Die Branche steht nach drei Jahren Rückgang weiterhin unter starkem Druck.
Die chemische Industrie in Ostdeutschland durchlebt eine anhaltende Krise: Die klassische Chemieproduktion brach im vergangenen Jahr um etwa drei Prozent ein und verlängerte damit eine dreijährige Talfahrt. Hohe Energiekosten, teure Rohstoffe und strengere Vorschriften belasten die Gewinne, während der globale Wettbewerb die Lage zusätzlich verschärft.
Die Auslastung der Kapazitäten liegt derzeit bei nur 72 Prozent – deutlich unter dem optimalen Niveau. Arbeitsplatzabbau war die Folge: Der Sektor beschäftigt noch rund 63.000 Menschen, doch die Zahl sinkt weiter. Lediglich jedes zehnte Unternehmen rechnet in naher Zukunft mit einer Besserung der Lage.
Trotz der düsteren Aussichten gibt es vereinzelte Lichtblicke. Die mögliche Rettung des insolventen Chemieunternehmens Domo am Standort Leuna wird als entscheidende Weichenstellung gewertet. Branchenbeobachter sehen darin einen möglichen Wendepunkt, auch wenn eine breite Erholung noch ungewiss bleibt.
Die Zukunft der Branche steht auf der Kippe: Zwar sorgte die Pharmasparte für einen leichten Umsatzschub, doch die traditionelle Chemieproduktion bleibt im Abwärtstrend. Die Rettung von Domo in Leuna bietet einen der wenigen Hoffnungsschimmer – die meisten Unternehmen kämpfen jedoch weiterhin mit hohen Kosten und schwacher Nachfrage.






