21 March 2026, 00:21

Pforzheimer Apotheken streiken für faire Vergütung nach 20 Jahren Stillstand

Eine große Gruppe von Menschen bei einer Demonstration auf einer Stadtstraße in Washington, D.C., am 21. Januar 2020

Pforzheimer Apotheken streiken für faire Vergütung nach 20 Jahren Stillstand

Apotheken in Pforzheim und dem Enzkreis schließen aus Protest gegen veraltete Gebühren

In Pforzheim und dem Enzkreis bleiben Apotheken geschlossen – ein Protest gegen seit Jahrzehnten unveränderte Vergütungen. Die letzte nennenswerte Anpassung der Bezahlung liegt mehr als 20 Jahre zurück, was bei vielen Apothekern Frust auslöst. Notdienste bleiben jedoch aufrechterhalten, um die Patientenversorgung nicht zu gefährden.

Die Aktion begann mit der Schließung von nahezu allen Apotheken der Region für einen Tag. Christian Kraus, ein lokaler Organisator, räumte ein, dass es erheblichen Überzeugungsaufwand bedurfte, um fast 100 Prozent der Betriebe für die Teilnahme zu gewinnen. Vor der Christoph-Apotheke in Pforzheim bildete sich ein Demonstrationsschwerpunkt, zu dem sich auch benachbarte Apotheken solidarisierten.

Andreas Plommer, der diensthabende Apotheker der Christoph-Apotheke, hielt seine Türen wie vorgeschrieben für den Notdienst offen. Eigentlich hatte er gehofft, dass sich alle Notapotheken dem Streik anschließen würden, um mehr Druck für höhere Vergütungen auszuüben. Stattdessen plante er zusätzliches Personal ein – fünf Mitarbeiter am Morgen und vier am Nachmittag –, um den normalen Arbeitsanfall zu bewältigen.

Der Protest macht auf die seit Langem bestehenden finanziellen Belastungen aufmerksam. Die letzte Gebührenerhöhung – eine marginale Anpassung um 25 Cent im Jahr 2013 – wurde von Plommer als bedeutungslos abgetan. Eine Fahrt nach München zu einer größeren Demonstration kam wegen der unpraktischen sechsstündigen An- und Abreise nicht infrage. Ein kompletter Schließungstag aller Apotheken hätte ein stärkeres Signal gesendet, da die Versorgung in Krankenhäusern deutlich teurer ist als in öffentlichen Apotheken.

Die Aktion unterstreicht die finanzielle Notlage der Apotheken nach Jahren ohne angemessene Gebührenanpassungen. Zwar bleiben die Notdienste verfügbar, doch die fast flächendeckende Schließung zeigt die weitverbreitete Unzufriedenheit. Nun warten die Organisatoren auf eine Reaktion der Politik zu den längst überfälligen Reformen der Vergütung.

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