12 April 2026, 08:15

Reform von Demokratie leben! gefährdet Anti-Hass-Projekte bundesweit

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunt bemalten 'Students for Future' Schild gegen eine Kulisse aus Gebäuden, Bäumen und Himmel.

Reform von Demokratie leben! gefährdet Anti-Hass-Projekte bundesweit

Geplante Reform des Bundesprogramms Demokratie leben! löst bundesweit Besorgnis aus

Die geplante Neugestaltung des Bundesprogramms Demokratie leben! hat in Deutschland weitreichende Kritik ausgelöst. Beobachter warnen, dass abrupt gestrichene Fördergelder zentrale Initiativen gefährden könnten – darunter Projekte gegen Antisemitismus und Hassrede. Die von Bildungsministerin Karin Prien (CDU) vorangetriebenen Änderungen stoßen dabei auf sowohl Zustimmung als auch scharfen Widerstand.

Besonders betroffen ist das Anne-Frank-Bildungszentrum, eine führende Einrichtung im Kampf gegen Antisemitismus. Als Teil des Bündnisses gegen Antisemitismus dokumentiert es digitale Hetze und führt Bildungsprojekte durch – bisher mit jährlichen Bundesmitteln in Höhe von 425.000 Euro. Direktor Meron Mendel warnt, dass der plötzliche Wegfall dieser Gelder bis Jahresende die Schließung der Einrichtung erzwingen könnte.

Ministerin Prien rechtfertigt die Umstrukturierung mit dem Argument, die Schwerpunktsetzung auf digitale Demokratiebildung und Extremismusprävention erhöhe die Effizienz. Die Änderungen spiegelten neue Prioritäten wider, nicht aber Haushaltszwänge, betont sie. Doch auch die rechtspopulistische AfD hat die Pläne öffentlich begrüßt – was zusätzliche Fragen nach den eigentlichen Motiven aufwirft.

Widerstand kommt von mehreren Seiten: Die SPD verweist auf Organisationen wie HateAid, die im Rahmen des Programms gegen digitale Gewalt kämpfen, und sieht darin einen Beleg für dessen Notwendigkeit. Politiker von Grünen und Linken werfen der Regierung vor, nach früheren Konflikten gezielt zivilgesellschaftliche Akteure auszugrenzen. Auch Gewerkschaften und Träger warnen, die Reform könnte langjährig gewachsene demokratische Unterstützungsstrukturen zum Einsturz bringen.

Die geplanten Änderungen sollen zum Jahresende in Kraft treten und zwingen betroffene Einrichtungen nun zur hektischen Suche nach Alternativfinanzierungen. Ohne Gegensteuer könnten Institutionen wie das Anne-Frank-Bildungszentrum ihre Arbeit stark einschränken oder ganz einstellen müssen. Die Debatte kreist nun um die Frage, ob der neue Kurs der Regierung die Demokratie stärkt – oder gefährliche Lücken im Kampf gegen Extremismus hinterlässt.

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