27 March 2026, 18:16

"Richi"-Meme führt zu Streit: Familie wehrt sich gegen kommerzielle Nutzung ohne Erlaubnis

Eishockey-Spieler in Helmen und Uniformen konkurrieren auf einem Eisstadion mit Zuschauern in den Rängen und einer Bannerwand im Hintergrund.

"Richi"-Meme führt zu Streit: Familie wehrt sich gegen kommerzielle Nutzung ohne Erlaubnis

Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat zu einem Streit über dessen kommerzielle Nutzung geführt. Der "Richi"-Clip, in dem ein Junge von einem Bagger fällt und die gerufene Reaktion seines Vaters zu hören ist, wurde nach seiner Ausstrahlung in einer TV-Sendung 2010 zum viralen Hit. Nun wehrt sich die betroffene Familie gegen die unautorisierte Verwendung des Memes auf Merchandise-Artikeln, in der Musik und bei Sportevents.

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Der Meme entstand 2010 während einer Folge der SRF-Serie Auf und davon. Zu sehen ist der junge Richi Schömbächler, der von einem Bagger stürzt, während sein Vater Hermann ruft: "Jaa Richiii! I ha gseid, du söusch di guet häbe!" Das Video verbreitete sich rasant im Netz und fand schließlich auch den Weg in kommerzielle Bereiche.

2022 verarbeitete die Schweizer Band Stubete Gäng den Meme zu einem gleichnamigen Lied, Richi. Der Song enthielt Hermanns Stimme und das Bagger-Motiv und erreichte über acht Millionen Streams auf Spotify. 2024 wurde er sogar zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Prag.

Die Familie Schömbächler hatte all dies jedoch nie genehmigt. Sie wirft vor, dass ihr Bild und ihre Stimmen ohne Erlaubnis für Fanartikel wie Socken, Aufbügelmotive und sogar ein Kinderbuch verwendet wurden. Das Unternehmen Swissmeme, das diese Produkte auf Plattformen wie Galaxus und Brack vertrieb, hat sie inzwischen aus dem Sortiment genommen.

Nach dem öffentlichen Protest der Familie verzichtete der Schweizer Eishockeyverband auf den Song als Torhymne. Auch Stubete Gäng kündigte an, den Track neu aufzunehmen – diesmal ohne Hermann Schömbächlers Stimme.

Der Fall zeigt die Schwierigkeiten auf, persönliche Inhalte zu kontrollieren, sobald sie viral gehen. Die Familie Schömbächler hatte wiederholt um Privatsphäre gebeten, doch die kommerzielle Nutzung des Memes ging weiter – bis zu ihren jüngsten Einsprüchen. Mit der Überarbeitung des Songs und dem Rückzug der Merchandise-Artikel wird deutlich, wie öffentlicher Druck zu Änderungen bei unrechtmäßiger Vermarktung führen kann.

Quelle