05 April 2026, 04:14

SPD plant radikale Steuerreform: Vermögende und Erbschaften im Visier

Plakat mit fettem schwarzem Text auf einem weißen Hintergrund, das "Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern für die Reichen und Großkonzerne noch mehr."

SPD plant radikale Steuerreform: Vermögende und Erbschaften im Visier

Deutschlands Wirtschaftsperspektiven verdüstern sich nach drastischer Abwärtskorrektur der Wachstumsprognose

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Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsvorhersage für dieses Jahr auf nur noch 0,6 Prozent gesenkt – eine deutliche Verschlechterung, die auch mit den Spannungen im Iran-Konflikt in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig treibt die SPD weitreichende Steuerreformen voran. Die Partei pocht auf höhere Abgaben für Vermögende und große Erbschaften, lehnt aber eine Erhöhung der Mehrwertsteuer kategorisch ab.

Die Sozialdemokraten schließen eine Anhebung der Mehrwertsteuer aus, da diese einkommensschwache Haushalte belasten und die Binnennachfrage schwächen würde. Stattdessen schlagen sie Alternativen vor, etwa die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer, eine Reform der Erbschaftssteuer oder Änderungen bei der Besteuerung von Kapitalerträgen. Wiebke Esdar, Sprecherin der SPD, kritisierte das aktuelle Steuersystem als ungerecht und schädlich für die wirtschaftliche Stärke Deutschlands.

Die Debatte um die Erbschaftssteuer hat in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Eine anstehende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2026 soll klären, ob Betriebsvermögen bisher unrechtmäßig begünstigt wurde. Gleichzeitig wächst der politische Druck: SPD-Spitzenpolitiker wie Lars Klingbeil und Johannes Fechner fordern strengere Regeln für große Erbschaften. Umfragen zeigen, dass 71 Prozent der Deutschen höhere Steuern auf multimillionenschwere Erbschaften befürworten.

Zu den zentralen Reformvorschlägen zählt ein Modell des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das einen lebenslangen Freibetrag von einer Million Euro sowie einen progressiven Steuersatz von bis zu 12 Prozent für Milliardenerbschaften vorsieht. Ein weiterer Plan, inspiriert von RÖDL und dem DIW, würde Einzelpersonen eine Million Euro und Unternehmen fünf Millionen Euro steuerfrei stellen – mit niedrigen Eingangssteuersätzen, die für die größten Vermögen auf bis zu 12 Prozent ansteigen. Je nach Ausgestaltung könnten diese Reformen zwischen 2,3 und 147 Milliarden Euro jährlich einbringen.

Neben Steuererhöhungen prüft die SPD auch Ausgabenkürzungen. Gleichzeitig will die Partei die Einkommensteuer für 95 Prozent der Beschäftigten senken, während Spitzenverdiener stärker zur Kasse gebeten werden sollen. Ihr Hauptaugenmerk liegt darauf, den Haushalt auszugleichen, ohne einkommensschwache Bevölkerungsgruppen zusätzlich zu belasten.

Die Steuerpläne der SPD zielen darauf ab, Vermögen und Erbschaften stärker zu besteuern, während Gering- und Mittelverdiener vor höheren Mehrwertsteuern geschützt werden sollen. Sollten die Reformen umgesetzt werden, könnten sie das deutsche Steuersystem grundlegend verändern und langjährige Gerechtigkeitsdebatten angehen. Die nächsten Schritte der Partei hängen jedoch von der wirtschaftlichen Entwicklung und den politischen Verhandlungen ab.

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