Verkehrsminister beschließen Waffenverbot in Zügen – doch Zweierbesetzung bleibt umstritten
Philipp MeyerVerkehrsminister beschließen Waffenverbot in Zügen – doch Zweierbesetzung bleibt umstritten
Deutschlands Verkehrsminister unterstützen neue Sicherheitsmaßnahmen im Personenverkehr
Die Verkehrsminister der Länder haben sich für strengere Sicherheitsvorschriften im öffentlichen Personenverkehr ausgesprochen. Ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern soll die Sicherheit von Fahrgästen und Personal verbessern. Abgelehnt wurde jedoch die Forderung nach einer verpflichtenden Zweierbesetzung in Zügen – trotz entsprechender Gewerkschaftsforderungen.
Hintergrund der Entscheidung sind wachsende Bedenken wegen der zunehmenden Gewalt gegen Bahnmitarbeiter. Die Deutsche Bahn hat bereits Maßnahmen ergriffen, darunter Körperkameras für das Servicepersonal und strengere Kontrollen der Dienstausweise.
Auf der Verkehrsministerkonferenz stand die Sicherheit im öffentlichen Nah- und Fernverkehr im Mittelpunkt. Die Minister beschlossen ein generelles Waffen- und Messerverbot in Zügen, Bussen und Straßenbahnen. Damit soll das Risiko für Fahrgäste und Beschäftigte verringert werden.
Allerdings lehnten sie verbindliche Mindestpersonalvorgaben ab. Gewerkschaften wie die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatten sich für eine durchgehende Zweierbesetzung in allen Zügen eingesetzt. Sie argumentieren, dass allein arbeitende Zugbegleiter einem höheren Risiko von Übergriffen ausgesetzt seien. EVG-Chef Martin Burkert warnte, dass die Angriffe auf Beschäftigte im Frontbereich zunähmen.
Die Deutsche Bahn hat bereits Körperkameras für Kundenservice-Teams eingeführt und die Sichtbarkeit der Dienstausweise für Mitarbeiter reduziert, um sie weniger angreifbar zu machen. Die Verkehrsminister begrüßten diese Schritte und diskutieren zudem über eine bessere Videoüberwachung an Bahnhöfen.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder wird die neuen Maßnahmen bis Ende April prüfen. Die Entscheidung fällt nach Jahren hoher Angriffszahlen: Zwischen 2023 und 2025 gab es jährlich über 3.000 gewalttätige Übergriffe auf Bahnmitarbeiter. Allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden im Schnitt fünf körperliche Angriffe pro Tag registriert. Der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan C. im Februar 2026 verschärfte die Debatte zusätzlich.
Das Waffen- und Messerverbot wird nun flächendeckend im Personenverkehr umgesetzt. Die Sicherheitsaufrüstung der Deutschen Bahn, etwa durch Körperkameras, wird fortgeführt. Die Gewerkschaften kritisieren jedoch weiterhin die Ablehnung der verpflichtenden Zweierbesetzung.
Die Überprüfung durch das Verkehrsministerium im April soll zeigen, ob die neuen Regelungen wirken. Im Fokus bleibt die Reduzierung von Gewalt und die Verbesserung des Schutzes für Bahnmitarbeiter.






