14 March 2026, 06:33

Wahlreform in Baden-Württemberg: Mehr Frauen im Landtag, aber noch Luft nach oben

Drei Frauen in traditioneller Kleidung halten ein Schild mit der Aufschrift "Frauenwahlrecht: Die Frauensozial- und politische Union" gegen einen hellblauen Himmel mit weißen Wolken.

So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Wahlreform in Baden-Württemberg: Mehr Frauen im Landtag, aber noch Luft nach oben

Baden-Württembergs jüngste Wahlreform hat die Auswahl der Kandidaten für den Landtag grundlegend verändert. Die Änderungen sollten die Repräsentation von Frauen stärken und die Macht von den lokalen Gliederungen hin zu den Parteispitzen verlagern. Erste Ergebnisse zeigen jedoch gemischte Fortschritte bei der Geschlechterbalance in den politischen Lagern.

Vor 2021 wurden die Kandidaten in Baden-Württemberg vor allem über lokale Wahlkreise bestimmt. Dieses System begünstigte langjährige männliche Politiker, während Frauen oft unterrepräsentiert blieben. Prominente Persönlichkeiten wie die CDU-Politiker Thomas Strobl und Susanne Eisenmann verpassten 2021 den Einzug ins Parlament, weil sie nicht zu den besten "Nachrückern" – den Kandidaten auf den vorderen Listenplätzen, die die verbleibenden Sitze besetzten – zählten.

Die Reform führte Landeslisten ein und gab den zentralen Parteigremien mehr Einfluss auf die Kandidatenaufstellung. Diese Umstellung sollte die Beteiligung von Frauen erhöhen. Bei der jüngsten Wahl besetzten Bündnis 90/Die Grünen, die CDU und die SPD ihre ersten zehn Listenplätze jeweils paritätisch mit Männern und Frauen. Andere Parteien zeigten hier weniger Konsequenz in der Geschlechterverteilung.

Frauen stellen nun 33,8 Prozent der Abgeordneten im neuen Landtag – ein leichter Anstieg gegenüber der vorherigen Legislaturperiode. Die Grünen holten mit 30,2 Prozent der Zweitstimmen die meisten Stimmen und lagen knapp vor der CDU. Wie sich die Reform langfristig auf die Vielfalt der Kandidaten auswirkt, wird sich zeigen, sobald sich das neue Parlament formiert.

Die Wahlrechtsänderungen haben zu einem moderaten Anstieg der Frauenrepräsentation geführt: Mittlerweile besetzen Frauen etwas mehr als ein Drittel der Parlamentssitze. Während Bündnis 90/Die Grünen, CDU und SPD ihre Spitzenlistenplätze gleichberechtigt zwischen den Geschlechtern aufteilten, hinkten kleinere Parteien hinterher. Die langfristigen Auswirkungen der Reform auf die politische Vielfalt bleiben abzuwarten.

Quelle