02 April 2026, 08:17

Warum immer mehr Apotheken in Deutschland schließen müssen

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an einer Straßenkreuzung gelegen.

Warum immer mehr Apotheken in Deutschland schließen müssen

Deutschlands Apotheken stehen unter wachsendem finanziellen Druck – Hundertschaften mussten in den letzten Jahren schließen. Im Berliner Stadtteil Britz schloss die Farma-Plus-Apotheke im Januar 2023 für immer ihre Türen, nachdem steigende Kosten den Betrieb unrentabel gemacht hatten. Der Fall steht exemplarisch für eine Entwicklung, die die gesamte Branche in Deutschland erfasst.

Die Farma-Plus-Apotheke in Britz hatte die Nachbarschaft jahrelang versorgt, doch mit der Vertragsverlängerung stieg die Miete drastisch an. Inhaber Holger Thomas entschied sich, die Filiale zu schließen, statt die zusätzlichen Kosten zu tragen. Der Schritt war keine Frage mangelnder Kundschaft – viele besuchten die Apotheke in den letzten Tagen, um Abschied zu nehmen und kleine Aufmerksamkeiten zu hinterlassen.

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Doch die Schließung hatte noch tiefere Gründe: Ungeklärte Nachfolgeregelungen in einer nahegelegenen Arztpraxis und steigende Personalkosten verschärften die finanzielle Belastung. Angesichts des auslaufenden Mietvertrags ließ sich der weitere Betrieb schlicht nicht mehr rechtfertigen.

Alle Mitarbeiter der Britzer Filiale haben inzwischen neue Stellen gefunden. Thomas wird sich nun auf seine verbleibende Apotheke in einem örtlichen Einkaufszentrum konzentrieren. Die Stammkunden in Neukölln müssen sich unterdessen nach Alternativen umsehen – sei es für Rezeptbelange oder andere gesundheitliche Bedürfnisse.

Die Schließung ist kein Einzelfall: Allein 2024 stellten zwischen 250 und 300 Apotheken in Deutschland den Betrieb ein. Besonders betroffen sind Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg, wo steigende Mieten und wirtschaftliche Zwänge kleine Betriebe in die Enge treiben.

Mit dem Wegfall der Farma-Plus-Apotheke klafft in Britz eine Lücke – die Anwohner müssen sich nach neuen Anbietern umsehen. Bundesweit setzt sich der Trend fort: Immer mehr unabhängige Apotheken können die steigenden Kosten nicht mehr mit ihren Einnahmen decken. Ohne Gegenmaßnahmen könnten weitere Gemeinden vor ähnlichen Versorgungsengpässen stehen.

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