Warum kleine Unternehmen keine Fachkräfte finden – und was sie falsch machen
Mia SchmitzWarum kleine Unternehmen keine Fachkräfte finden – und was sie falsch machen
Viele kleine Unternehmen kämpfen damit, offene Stellen zu besetzen – fast neun von zehn berichteten Anfang 2026 von einem Mangel an qualifizierten Bewerbern. Eine neue Studie deutet darauf hin, dass das Problem oft an zu niedrigen Löhnen liegt – und daran, dass Unternehmen diese nur zögerlich anpassen.
Eine von Benjamin Friedrich, Associate Professor an der Kellogg School of Management, geleitete Untersuchung zeigt eine Diskrepanz zwischen Löhnen und Arbeitsanforderungen auf. Unternehmen unterschätzen häufig den Wert bestimmter Positionen, insbesondere bei Tätigkeiten außerhalb ihres Kerngeschäfts. Bei diesen "peripheren" Stellen verzögert sich die Lohnanpassung noch stärker – was die Personalsuche zusätzlich erschwert.
Besonders betroffen sind kleine Betriebe und schnell wachsende Firmen. Daten der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass diese Unternehmen die größten Rekrutierungslücken haben. Ohne schnellen Zugang zu aktuellen Gehaltsdaten fällt es ihnen schwer, mit den Angeboten der Konkurrenz mitzuhalten.
Friedrichs Team entwickelte ein mathematisches Modell, um zu erklären, warum diese Lücken bestehen bleiben. Wenn die Belegschaften knapp bemessen sind, tun sich Unternehmen schwerer damit, attraktive Löhne festzulegen. Die Lösung liege laut Studie in besserer Gehaltsdatenanalyse – also in Tools, die es Unternehmen ermöglichen, Löhne präziser zu erfassen und anzupassen.
Die Ergebnisse zeigen einen klaren Weg zur Verbesserung auf: schnellere, datengestützte Lohnanpassungen. Unternehmen, die in Gehaltsmonitoring investieren, könnten ihre Personalengpässe wirksamer überwinden. Doch noch immer verlieren viele Bewerber, weil sie zu wenig bieten – und das oft zu spät.






