Wasserstoff-Strategie scheitert: Milliarden bleiben ungenutzt und Ziele verfehlt
Philipp MeyerWasserstoff-Strategie scheitert: Milliarden bleiben ungenutzt und Ziele verfehlt
Die Kritik an Deutschlands Wasserstoff-Investitionsstrategie wächst, da Mittel ungenutzt bleiben und zentrale Ziele verfehlt werden. Abgeordnete der Grünen werfen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger vor, Steuergelder in Projekte mit geringer Wirkung zu verschleudern. Gleichzeitig zweifeln Branchenexperten daran, ob Wasserstoff jemals ein tragfähiger Brennstoff für Heizungen oder den Verkehr werden kann.
Ein großes Programm für Wasserstofftankstellen blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Zwischen 2018 und 2025 wurden von den veranschlagten 61 Millionen Euro nur 16,3 Millionen ausgegeben – statt der geplanten 100 Stationen entstanden lediglich 20. Einige Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro zurück, nachdem Projekte nicht realisiert wurden.
Auch die übergreifende Wasserstoffinitiative kämpft mit schwacher Nachfrage. Von den 120 Millionen Euro, die für Elektrolyseur-Projekte in den Jahren 2024 und 2025 vorgesehen waren, flossen bis zum Stichtag nur 4,1 Millionen. Selbst bei den bayerischen Landesmitteln blieb ein großer Teil ungenutzt, obwohl das Energieforschungsprogramm des Freistaats mit über der Hälfte der 142 Millionen Euro besser abschnitt.
Trotz dieser Rückschläge treibt die Bundesregierung den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes voran. Der Fokus liegt jedoch auf industriellen Anwendungen, da Experten die Eignung von Wasserstoff für Autos oder die Gebäudebeheizung anzweifeln. Deutschland wird voraussichtlich weiterhin stark auf Importe angewiesen sein – ähnlich wie bei Erdgas.
Die Wasserstoffoffensive sieht sich seit Langem mit Problemen konfrontiert: von unausgeschöpften Budgets bis zu verfehlten Infrastrukturzielen. Da nun industrielle Anwendungen Priorität haben, scheint sich die Strategie der Regierung von einer breiten Verbrauchernutzung zu verabschieden. Offene Fragen bleiben zur langfristigen Rolle des Wasserstoffs in der deutschen Energiewende.






