Scarlett Johansson und Jonathan Bailey lösen mit platonischem Kuss Debatte aus
Philipp MeyerScarlett Johansson und Jonathan Bailey lösen mit platonischem Kuss Debatte aus
Ein freundlicher Kuss zwischen Scarlett Johansson und Jonathan Bailey auf dem roten Teppich der Jurassic World: Rebirth-Premiere hat eine neue Diskussion über platonische Zuneigung in der Öffentlichkeit ausgelöst. Der Moment reiht sich in einen größeren Trend in der Unterhaltungsbranche ein, wo nicht-romantische Küsse unter Freunden in den letzten fünf Jahren deutlich akzeptierter geworden sind. Sowohl Experten als auch Prominente beschreiben solche Gesten mittlerweile als natürliche Ausdrucksformen von Verbundenheit – und nicht als Skandal.
Der Kuss ereignete sich während der Werbeveranstaltungen für Jurassic World: Rebirth, als Bailey und Johansson sich einen kurzen, verspielt gemeinten Kuss gaben. Bailey verteidigte später den Moment mit den Worten, das Leben sei "zu kurz, um Liebe nicht auf verschiedene Weisen zu zeigen". Johannssons Ehemann, Colin Jost, wiegelte die Aufregung ab, nannte die Reaktion übertrieben und betonte, er fühle sich durch die Szene nicht bedroht.
Solche Zuneigungsbekundungen sind in Hollywood keineswegs neu. Wie die Kommunikationsberaterin Judi James anmerkt, gehören derartige Gesten seit Langem zur Kultur der Branche. In den letzten Jahren hat sich jedoch die öffentliche Wahrnehmung spürbar gewandelt – virale Momente wie die Küsse von K-Pop-Idolen 2022 oder Harry Styles, der Freunde bei Veranstaltungen umarmte, haben dazu beigetragen, platonische Küsse zu normalisieren. Auch Prominente wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna wurden bereits dabei fotografiert, wie sie ihre besten Freunde küssten, und unterstreichen damit, dass es bei solchen Gesten um Freundschaft geht – nicht um Romantik.
Wissenschaftler weisen darauf hin, dass nicht-sexuelle Küsse kein rein menschliches Phänomen sind. Viele Tiere, darunter Primaten, nutzen ähnliche Verhaltensweisen, um soziale Bindungen zu stärken und ein Gefühl von Sicherheit zu schaffen. Selbst der "Guppy-Kuss" – ein sanfter, kindlich anmutender Kuss – dient dazu, Verbindungen zu pflegen. Die Moderatorin von This Morning, Cat Deeley, sprach offen über ihre eigenen "Freundinnen-Küsse" und beschrieb sie als Ritual der Verbundenheit mit engen Freundinnen. Erst kürzlich tauschte sie auf live im Fernsehen einen verspielt gemeinten Kuss mit ihrer besten Freundin, der Designerin Charlie Brear, aus.
Die zunehmende Sichtbarkeit platonischer Küsse spiegelt einen kulturellen Wandel wider, der vielfältige Formen von Zuneigung akzeptiert. Besonders jüngere Zielgruppen betrachten solche Momente mittlerweile als ganz normale Ausdrucksformen von Freundschaft – und nicht als tabuisiertes Verhalten. Da sowohl Prominente als auch Experten sie als natürlich darstellen, scheint diese Praxis so schnell nicht aus dem öffentlichen Leben zu verschwinden.






