"Miss Germany" 2024: Warum zwei Hidschab-Trägerinnen die Debatte über Deutschsein entfachen

Philipp Meyer
Philipp Meyer
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Eine Gruppe von Frauen in traditioneller bayrischer Tracht spaziert strahlend durch eine Straße, umgeben von Bäumen und Gebäuden, auf einem Schwarz-Weiß-Bild.Philipp Meyer

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - "Miss Germany" 2024: Warum zwei Hidschab-Trägerinnen die Debatte über Deutschsein entfachen

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue "Miss Germany" – in einem Wettbewerb, der sich von klassischen Schönheitsidealen löst. Neun Frauen, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen, treten im Finale an. Die Veranstalter setzen dabei nicht mehr allein auf Äußerlichkeiten, sondern auf Führungskompetenz und Erfolg. Unter den Finalistinnen sind zwei Frauen mit Hidschab, die wegen angeblich fehlender "Deutschheit" Kritik erfahren.

Die Kandidatinnen kommen aus unterschiedlichen Regionen und Hintergründen. Sechs der neun Frauen stammen nicht aus Berlin oder München, darunter Aileen Tina Hufschmidt, eine 33-jährige Pressesprecherin der Bundeswehr aus Wuppertal, und Amelie Reigl, eine 31-jährige Biologin aus Würzburg. Weitere Teilnehmerinnen sind Rose Mondy, eine 26-jährige Streamerin aus Herne, und Anne Bäumler, eine 36-jährige Teamleiterin bei der Drogeriekette dm aus Assenheim. Die übrigen drei – Stephie Braun (Berlin, Fotografin), Abina Ntim (Hamburg, Gründerin einer Haarpflegemarke) und Paula Daub (Hamburg, Vertriebsleiterin) – vertreten städtische Zentren.

Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid, die beide Hidschab tragen, sehen sich seit ihrer Nominierung vermehrt rassistischen und sexistischen Anfeindungen ausgesetzt – rund 90 Prozent der hasserfüllten Kommentare stammen von Männern. Trotz der Angriffe bleiben beide entschlossen und betrachten ihre Teilnahme als Chance, Türen für künftige Generationen zu öffnen.

Sayed, eine 27-jährige Modedesignerin aus Berlin, hat ein Label für Hidschab-tragende Frauen gegründet und tritt in der Kategorie "Female Founder" an. Ben Bouzid, eine 28-jährige Unternehmerin aus Wiesbaden, unterstützt fraengeführte Marken und ist Finalistin in der Sparte "Female Leader". Beide bestehen darauf, deutsch zu sein – trotz anhaltender Vorwürfe.

Die Neuausrichtung des Wettbewerbs hin zu Führung und Selbstbestimmung spiegelt einen gesellschaftlichen Wandel wider. Sayeds und Ben Bouzids Teilnahme unterstreicht die sich verändernde Vorstellung von Repräsentation in Deutschland. Die Siegerin wird aus einem Kreis von Berufstätigen, Unternehmerinnen und öffentlichen Persönlichkeiten gewählt – ein Novum für die Wahl.

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